Montag , 28. September 2020
Das Gericht hat den Mann verurteilt. (Symbolbild)

Gericht verurteilt Mann mit Hitler-Tattoo zu Haftstrafe

Ein Familienvater aus Bautzen trägt ein Hitler-Tattoo auf seiner linken Wade. Im Saurierpark Kleinwelka fällt einem Besucher das Abbild auf, er ruft daraufhin die Polizei. Vor Gericht versucht sich der Angeklagte herauszureden, scheitert jedoch und wird zu einer Haftstrafe verurteilt.

Bautzen. Ein Familienvater stand am Mittwoch wegen eines Hitler-Tattoos auf seiner Wade vor dem Amtsgerichts Bautzen. Der Angeklagte war zuvor schon zweimal wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen verurteilt worden. Nun muss der Mann für sechs Monate ins Gefängnis, berichtet “Bild”.

An einem warmen Tag im Juli 2019 war der Angeklagte demnach mit seiner Familie im Saurierpark Kleinwelka. Er trug eine eine kurze Hose, sodass das Abbild von Adolf Hitler auf seiner linken Wade deutlich zu sehen war. Ein anderer Besucher bemerkte das Tattoo und rief die Polizei. Im Prozess erklärte der 31-Jährige, dass er das Tattoo mit einem Pflaster abgeklebt habe, es sich aber unbemerkt gelöst hatte. Das glaubte ihm der Richter allerdings nicht. “Ich gehe nicht davon aus, dass Sie das Bildnis abdeckten. Sie zeigen keine Reue und scheinen unbelehrbar”, sagte der Vorsitzende während der Verhandlung.

“Ein Hitler mit Querbalken bleibt ein Hitler”

Auch ein Balken, den der Angeklagte über das Hitler-Bild stechen ließ, reichte dem Richter nicht als Entschuldigung. “Auch ein Hitler mit Querbalken bleibt ein Hitler. Tragen Sie lange Hosen, Baden am Baggersee ist tabu. Wir wollen keinen Hitler in der Öffentlichkeit, sondern ihn daraus verbannen”, führte der Richter aus. Das Urteil zu sechs Monaten Haft ist noch nicht rechtskräftig.

RND/nis