Dienstag , 20. Oktober 2020
Immer wieder werden Maskenverweigerer aggressiv – mit schweren Folgen. Quelle: imago images/Future Image/dpa/RND Montage Behrens

Beschimpfungen und Prügelattacken: Wenn Maskenverweigerer handgreiflich werden

Trotz der Corona-Pandemie geht das öffentliche Leben in vielen Ländern langsam weiter. Doch die Maskenpflicht sorgt immer wieder für Auseinandersetzungen, weil sich einige Menschen weigern, einen Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr zu tragen. Diese verbalen und gewalttätigen Angriffe ereigneten sich in den letzten Wochen.

Hannover. Die Corona-Pandemie hat in vielen Ländern die Einführung einer Maskenpflicht bewirkt. Ob beim Einkaufen, im Hotel oder bei Kleinveranstaltungen – auch wenn das öffentliche Leben eingeschränkt weitergeht, ist ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Doch nicht alle wollen sich an die Maßnahme halten und verweigern die Bedeckung von Mund und Nase. In den vergangenen Wochen ist es dadurch immer wieder zu tätlichen Angriffen von Maskenverweigerern gekommen.

Gast will keinen Mundschutz anziehen – und wird aus Hotel getragen

So wollte beispielsweise ein Gast in einem Hotel in Bayern keine Maske tragen und reagierte aggressiv auf Hinweise des Hotelpersonals. Als der 68-Jährige nach Aussprechen eines Hausverbots nicht habe gehen wollen, rückten die Beamten an. Allerdings widersetzte sich der Gast auch gegen die Aufforderungen der Polizei. Auf die Ankündigung, man würde ihn notfalls zwingen zu gehen, sagte er sinngemäß, darauf habe er gewartet. Der Mann ließ sich schließlich fallen und drückte seine Arme an den Körper. Die Beamten trugen den Unruhestifter daraufhin aus dem Hotel.

Fahrgäste ohne Mundschutz verprügeln Busfahrer

Die bestehende Maskenpflicht im ÖPNV sorgt bei einigen Fahrgästen für Frustration. Ein junger Mann ohne Mund-Nasen-Schutz hat in Unterfranken einen Busfahrer mit der Faust ins Gesicht geschlagen, weil der ihn nicht einsteigen lassen wollte. Der 72-Jährige wurde leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Er hatte nach der Attacke rasch die Bustür geschlossen, doch der Verdächtige ließ sich davon nicht beeindrucken. Der junge Mann trat massiv gegen die Scheibe und zerstörte sie. Die Polizei gab den Sachschaden mit mehr als 2500 Euro an. Der Täter konnte mit zwei Freunden unerkannt fliehen.

In Oldenburg kam es zu einem ähnlichen Vorfall, bei dem zwei Fahrgäste einen Busfahrer arbeitsunfähig prügelten. Der Mann hatte sie ebenfalls aufgrund fehlender Masken nicht mitnehmen wollen. Als die Männer den Fahrer daraufhin beleidigten, habe er die Tür des Busses von innen zugemacht, um sie an die Polizei zu übergeben. Dann hätten die Männer auf ihn eingeschlagen, mit Gewalt die Tür geöffnet und seien geflüchtet. Er erlitt eine Gehirnerschütterung von den Schlägen, nach den Tätern wird noch gefahndet.

Maskengegner prügeln Busfahrer in Frankreich hirntot

Auch in Frankreich hat ein ähnlicher Fall eines Angriffs auf einen Busfahrer hohe Wellen geschlagen. Er hatte sich geweigert, vier Fahrgäste ohne Schutzmasken und Fahrscheine einsteigen zu lassen. Daraufhin schlug ein Mann dem Busfahrer den Berichten zufolge von hinten heftig auf den Kopf. Der 58-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde kurze Zeit später für hirntot erklärt. Mehrere Personen wurden festgenommen, die Busfahrer der Region legten aus Solidarität zeitweilig ihre Arbeit nieder.

Streit um Maskenpflicht in Starbucks-Filiale eskaliert

Neben öffentlichen Verkehrsmitteln werden auch Supermärkte, Bekleidungsgeschäfte und Coffeeshops Schauplätze verbaler Attacken von Maskengegnern. In San Diego wurde eine Kundin wegen fehlender Maske von einem Mitarbeiter aus einer Starbucks-Filiale gebeten. Die Frau beschwerte sich daraufhin über die Maskenpflicht, beschimpfte andere Menschen im Laden und den jungen Barista. Bevor sie die Filiale verließ, machte sie sogar ein Foto von ihm, welches sie später bei Facebook postete, um sich über ihn zu beschweren.

Doch statt ihr erhielt der 24-Jährige Unterstützung im Netz. Einige Sympathisanten starteten sogar eine Spendenaktion für den jungen Mann, bei der innerhalb kürzester Zeit über 100.000 Dollar zusammenkamen. Die Frau hielt jedoch weiter an ihrer Meinung fest: Sie forderte in einem Interview die Hälfte der Summe als Entschädigung.

RND/al