Freitag , 23. Oktober 2020
Die Polizei hat in NRW mehrere Wohnungen durchsucht. (Symbolbild) Quelle: imago images/Benjamin Horn

Verdacht auf Clankriminalität: Vier Männer bei Razzia in NRW festgenommen

Die Polizei hat in Nordrhein-Westfalen am frühen Donnerstagmorgen mehrere Wohnungen und Firmen durchsucht. Es besteht der Verdacht auf Clankriminalität. Auslöser war die Entführung eines Autohändlers.

Düsseldorf. Bei einer Razzia gegen Clankriminalität sind in Nordrhein-Westfalen am frühen Donnerstagmorgen mehrere Wohnungen und Firmen durchsucht worden. Es handelt sich um Objekte in Wuppertal, Solingen, Essen, Bielefeld und Düsseldorf, wie das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilten. Vier Männer im Alter zwischen 24 und 57 Jahren wurden durch Spezialeinheiten der Polizei festgenommen, wie es hieß.

Es konnte den Angaben zufolge nicht ausgeschlossen werden, dass die Männer über Schusswaffen verfügten. Auch Spürhunde waren einem Sprecher des LKA zufolge im Einsatz. Sie sollten demnach unter anderem nach Datenträgern und Drogen suchen.

Niederländischer Autohändler entführt

Gegen die festgenommenen Männer lagen den Angaben zufolge Haftbefehle wegen des Verdachts auf erpresserischen Menschenraub, gefährliche Körperverletzung und Betrug vor. Die Beschuldigten sollen einem türkisch-arabischstämmigen Familienclan angehören. Wie der Sprecher des LKA am Morgen sagte, seien die Männer “hinreichend polizeibekannt”, unter anderem wegen verschiedensten Gewaltdelikten. Die vier Beschuldigten sollen nach Angaben des Sprechers wohl noch am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Laut LKA und Staatsanwaltschaft war der Auslöser für die Ermittlungen gegen die Männer die einige Monate zurückliegende Entführung eines niederländischen Autohändlers. Der Mann habe ein Auto von den Beschuldigten kaufen wollen. Statt wie geplant den Wagen in Empfang zu nehmen, sei der Händler um seine Anzahlung geprellt und anschließend nach Solingen verschleppt worden, um weiteres Geld zu erpressen. Die Ermittlungen dauern den Angaben von LKA und Staatsanwaltschaft zufolge an.

RND/dpa