Freitag , 25. September 2020
Ein Polizeiauto der italienischen Carabinieri. Quelle: picture alliance / blickwinkel/M

Folter, Erpressung und Drogenhandel: Schwere Verbrechen in italienischer Polizeistation

In einer italienischen Polizeistation sollen schwere Straftaten von den Beamten begangen worden sein. Den meisten Polizisten eines Standortes der Stadt Piacenza werden Folter, Erpressung und Drogenhandel vorgeworfen. Die Dienststelle wurde geschlossen und die Beschuldigten suspendiert.

Piacenza. In der italienischen Stadt Piacenza soll eine Gruppe von Polizisten schwere Straftaten wie Folter, Erpressung und Drogenhandel begangen haben. Betroffen sei ein Großteil der Beamten eines Standorts. Mindestens sechs Carabinieri der Station Levante seien festgenommen worden. Auch ein Leiter befinde sich unter Hausarrest, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch. Untersuchungen gegen viele weitere Polizisten liefen. Die Dienststelle sei geschlossen worden.

„Es fällt mir schwer, diese Personen Carabinieri zu nennen, denn ihr Verhalten war kriminell“, sagte eine Staatsanwältin vor der Presse in Piacenza in der Region Emilia-Romagna.

Enge Kontakte zu Drogendealern

Die Ermittlungen kamen den Angaben nach durch eine Anzeige eines Beamten ins Rollen. Sie liefen seit längerem und seien dann etwa mit Abhörmaßnahmen verstärkt worden. Die Carabinieri sollen enge Kontakte zu Drogendealern gehabt haben. Details zu den Vorwürfen gab es zunächst nicht. Das Generalkommando der Carabinieri teilte in Rom mit, dass die Beschuldigten vom Dienst suspendiert worden seien.

RND/dpa