Samstag , 26. September 2020
Eine Rattenplage sucht einen Fleischbetrieb in Osnabrück heim. Quelle: picture alliance/dpa

Ratten bevölkern Betrieb: 400 Tonnen Fleisch müssen vernichtet werden – auch von Tönnies

Ein Betrieb in Dissen bei Osnabrück muss rund 400 Tonnen Fleisch wegschmeißen, weil sich im Gebäude eine sehr große Rattenpopulation eingenistet hat. Kot, Fellreste und Anzeichen für Nestbau der Ratten seien in den Räumlichkeiten gefunden worden. Betroffen sein soll auch Fleisch des Betriebs Tönnies.

Osnabrück. Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat nach einem massiven Rattenbefall in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Dissen Anordnungen zur Vernichtung der Fleischbestände als rechtmäßig bestätigt. Die Anordnungen des Landkreises Osnabrück seien nicht unverhältnismäßig, teilte das Gericht am Mittwoch mit, das damit Eilanträge zweier Firmen zurückwies.

Der Kreis hatte ein Verarbeitungsverbot für sämtliches Fleisch erlassen, das seit dem 15. Januar 2020 in den Betrieb gelangt war und zudem die Vernichtung aller in den Räumen hergestellten Lebensmittel angeordnet. Es bestehe keinerlei Zweifel daran, dass die Fleischerzeugnisse, die ab dem Stichtag (15. Januar) in dem Betrieb produziert worden seien, für den Verzehr ungeeignet seien.

Gesamte Fleischvernichtung “unverhältnismäßig”

Es seien Kotpillen, Laufwege, Fellreste und Anzeichen für Nestbau der Ratten in einem Umfang gefunden worden, der auf eine sehr große Rattenpopulation hindeute, hieß es in einer Pressemitteilung des Gerichts. Maßnahmen zu deren Bekämpfung hätten bisher keinen Erfolg gezeigt, die Ratten „bevölkerten“ das gesamte Gebäude.

Die Antragsteller, der fleischverarbeitende Betrieb sowie eine benachbarte Abnehmerfirma in Dissen, hatten es unter anderem als “unverhältnismäßig” bemängelt, dass die Vernichtung des gesamten Fleisches angeordnet wurde. Nach ihren Angaben handelte es sich um 400 Tonnen Fleisch, die betroffen waren. Betroffen sein soll auch Fleisch des Betriebs Tönnies: Dies hat ein Unternehmenssprecher am Donnerstag dem “Haller Kreisblatt” bestätigt. Die Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig und können mit einer Beschwerde vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg angefochten werden.

RND/dpa/hsc