Donnerstag , 24. September 2020
Die Schauspielerin und Aktivistin Emma Watson hat eine neue Idee, um Frauen in London sichtbarer zu machen.

Aufruf von Emma Watson und anderen Aktivistinnen: Londons Haltestellen nach Frauen benennen

Schauspielerin und Aktivistin Emma Watson fragt gemeinsam mit anderen Aktivistinnen: Nach welcher Frau würdest du deine U-Bahn Haltestelle in London benennen? Das Ziel des Projekts: eine Karte des britischen Verkehrsnetzes ausschließlich mit Namen von Frauen, die die Stadtgeschichte geprägt haben, zu erstellen.

Emma Watson und die Schriftstellerin Reni Eddo-Lodge, die mit ihrem Buch “Warum ich nicht länger mit Weißen über meine Hautfarbe spreche” berühmt wurde, haben ein neues Projekt ins Leben gerufen. Das Ziel: Alle U-Bahn-Haltestellen in London sollen einen neuen Namen bekommen – den einer Frau oder nicht-binären Person, die die Geschichte der Stadt geprägt haben. Deshalb ruft Schriftstellerin Eddo-Lodge auf Instagram dazu auf, Vorschläge für Namen abzugeben: “Wenn deine lokale Haltestelle nach einer Frau benannt wäre, welcher Name wäre das?”, schreibt sie dazu.

Was wäre, wenn wir in einer Stadt der Frauen lebten? Diese Frage, die die Autoren Rebecca Solnit und Joshua Jelly-Shapiro mit einer Karte des New Yorker U-Bahn Systems im Jahr 2019 bereits stellten, diente auch als Inspiration für die neue London-Karte. Unter dem Motto: “Help us make London a City of Women” (Deutsch: “Helft uns, aus London eine Stadt der Frauen zu machen”) haben nun die Aktivistinnen zusammen mit Solnit und Jelly-Shapiro auch einen Aufruf für London gestartet. Dabei haben sie nicht nur Historiker, Schriftsteller, Kuratoren und Museen mit ins Boot geholt, sondern fragen in einem öffentlichen Aufruf, wen die Londonerinnen selbst wählen würden. Auf einem Bild dazu ist Schauspielerin Emma Watson vor einer U-Bahn-Rolltreppe in London zu sehen.

Hinter der Karte steht auch die Frage, wie das Erleben von Frauen durch eine hauptsächlich männlich geprägte Umwelt beeinflusst wird. “Was für eine Stille entsteht an Plätzen, die so selten von und zu Frauen sprechen?”, schrieb Rebecca Solnit 2019. Daher hoffen die Organisatorinnen, an denen sich auch die “Women of the World Foundation” beteiligt, dass sie neue Namen für alle 270 Haltestellen der Londoner U-Bahn finden werden. Zumindest die Aufrufe auf Twitter und Instagram sorgten schon für begeistertes Feedback. Viele Frauen posteten bereits Namensvorschläge. Das Projekt soll nach Informationen des “Guardian” am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2021, veröffentlicht werden.

RND/Alina Stillahn