Donnerstag , 1. Oktober 2020
Nach Mobbing-Fällen an einer Schule wurde ein 15-Jähriger verurteilt. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / Sina Schuldt/

Falsche Todesanzeige von Mitschüler veröffentlicht: Jugendlicher wegen Mobbings verurteilt

Immer wieder mobbt ein 15-Jähriger aus Bayern seine Mitschüler, die schlimmen Taten gipfeln in der Veröffentlichung einer falschen Todesanzeige. Der Schulträger spricht von einem “Extremfall” – und das sieht auch das zuständige Gericht so.

Nördlingen. Nach der Veröffentlichung einer falschen Todesanzeige eines 13 Jahre alten Mitschülers hat das Amtsgericht im bayerisch-schwäbischen Nördlingen einen Jugendlichen zu einer Woche Dauerarrest und 120 Arbeitsstunden verurteilt. Außerdem müsse der 15-Jährige einen Aufsatz über Cybermobbing aus Sicht der Opfer schreiben, sagte Amtsgerichtsdirektor Dieter Hubel am Dienstag. Das Jugendverfahren gegen den zur Tatzeit noch 14 Jahre alten Schüler wurde am Montag nichtöffentlich geführt. Zunächst hatte die „Augsburger Allgemeine“ über das Urteil berichtet.

Der Schüler ist für eine ganze Mobbingserie gegen Jungen und Mädchen einer Nördlinger Schule verantwortlich. Ende 2019 wurden unter anderem Droh-E-Mails verschickt und falsche Internetbestellungen auf den Namen der Opfer aufgegeben. Die Serie gipfelte darin, dass der Schüler drei Todesanzeigen für angeblich verstorbene Mitschüler aufgab. Zwei der Anzeigen konnten von dem Zeitungsverlag zurückgehalten werden, eine erschien jedoch. Anschließend ermittelte die Kripo den damals 14-Jährigen als Urheber des Mobbings.

Schulträger spricht von “Extremfall”

Vor Gericht sagte der junge Angeklagte aus, dass er sich seine Taten selbst nicht mehr erklären könne. Der Schulträger der Realschule hatte nach dem Bekanntwerden die Mobbingtaten als “Extremfall” bezeichnet. “Das ist ein einmaliger Fall, sowas hatten wir noch nie”, sagte damals Peter Kosak, der Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg. An den 42 Schulen des Schulwerks habe es so etwas noch nie gegeben. Der 14-Jährige hatte dann die Schule gewechselt.

RND/dpa