Mittwoch , 23. September 2020
Ein Paar steht mit einem Gewehr und einer kleinen Handfeuerwaffe bewaffnet vor seinem Haus und richtet diese auf "Black Lives Matter"-Demonstranten. Dafür müssen die beiden sich nun vor Gericht verantworten. Quelle: Laurie Skrivan/St. Louis Post-Di

Ehepaar, das mit Waffen auf “Black lives matter”-Demonstranten zielte, wird angeklagt

Bei einer „Black lives matter“-Demo hat ein Ehepaar für Aufregung gesorgt, das mit Waffen auf Demonstranten zielte. Nun müssen der Mann und die Frau sich vor Gericht dafür verantworten. Normalerweise stehen auf derartige Straftaten im Bundesstaat Missouri bis zu vier Jahre Gefängnisstrafe.

St. Louis. Zwei Weiße, die bei anti-rassistischen Demonstrationen in der US-Stadt St. Louis ihre Waffen gezogen haben, müssen sich nun vor Gericht dafür verantworten. Mark und Patricia M. hätten riskiert, eine gewaltsame Situation in einem ansonsten nicht gewalttätigen Protest zu schaffen, sagte Bezirksstaatsanwältin Kim Gardner der Nachrichtenagentur AP am Montag (Ortszeit). “Es ist illegal, auf drohende Art mit Waffen zu wedeln, das ist rechtswidrig in der Stadt St. Louis”, sagte Gardner.

Mark und Patricia M. sind beide Anwälte und über 60 Jahre alt. Ein Verteidiger der beiden, Joel Schwartz, teilte mit, die Entscheidung, das Paar anzuklagen, sei entmutigend, “da ich zweifelsfrei glaube, dass kein Verbrechen stattgefunden hat”. Unterstützer des Paares sagen, es hätte lediglich sein Zuhause verteidigt.

Staatsanwältin empfiehlt Sozialstunden

Staatsanwältin Gardner empfiehlt im Falle einer Verurteilung anstelle von Haft eher Sozialstunden. Normalerweise stehen auf derartige Straftaten im Bundesstaat Missouri bis zu vier Jahre im Gefängnis.

In St. Louis hatte es, wie in anderen US-Städten auch, seit dem Tod des Schwarzen George Floyd in den Händen der Polizei Ende Mai Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt gegeben. Mark M. trat Protestierenden, die eine Privatstraße betreten hatten, mit einem halbautomatischen Gewehr entgegen und zielte auf sie. Patricia M. soll der Anklage zufolge eine halbautomatische Pistole gezogen und auf die Protestierenden gezielt haben. Das Paar schoss nicht. Demonstranten sagten jedoch, sie hätten Angst gehabt, verletzt zu werden, da Patricia M. den Finger am Abzug gehabt und sehr aufgeregt gewesen sei.

RND/AP