Mittwoch , 28. Oktober 2020
20.07.2020, USA, North Brunswick: Eine Absperrbannd der Polizei ist vor dem Haus der US-Bundesrichterin E. Salas zu sehen. Ein Unbekannter hat Medienberichten zufolge auf Angehörige der US-Bundesrichterin geschossen. Wie örtliche Medien übereinstimmend berichteten, starb der 20-jährige Sohn von Esther Salas, ihr Ehemann kam mit Verletzungen ins Krankenhaus. Die Richterin selbst sei bei dem Vorfall am späten 19.07.2020 in der Gemeinde North Brunswick unversehrt geblieben. Foto: Mark Lennihan/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Mark Lennihan/AP/dpa

Nach Tötung des Sohnes von US-Richterin: Verdächtiger tot aufgefunden

Die tödlichen Schüsse im Haus einer Richterin sorgen für Entsetzen in den USA. Nach der Tat vom Sonntag spüren die Ermittler einen Verdächtigen auf – er ist tot, hat sich mutmaßlich selbst getötet.

North Brunswick. Nach der Tötung des Sohnes einer US-Bundesrichterin hat die Polizei einen mutmaßlichen Verdächtigen tot aufgefunden. Die Leiche des Mannes sei im New Yorker Bezirk Sullivan County entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Montag von den Strafverfolgungsbehörden. Es handele sich um einen Anwalt aus New York City und er habe sich mutmaßlich selbst getötet. Es werde ermittelt, ob er etwas mit den tödlichen Schüssen am Sonntag im US-Staat New Jersey zu tun habe, bei denen der 20 Jahre alte Sohn von Bundesrichterin Esther Salas getötet wurde.

Es gebe eine Verbindung zwischen dem Mann und der Richterin, hieß es in Strafverfolgungs- und Justizkreisen. Weitere Informationen wurden zunächst nicht bekannt. Justizminister William Barr sagte, das FBI und andere Stellen setzten ihre Ermittlungen in der Sache fort. “Eine solche gesetzlose, bösartige Tat gegen ein Mitglied der Bundesjustiz wird nicht toleriert.”

Am Sonntag war ein als Lieferant verkleideter Mann in das Haus von Richterin Salas in North Brunswick eingedrungen und hatte deren Sohn erschossen. Salas‘ Ehemann, Anwalt Mark Anderl, wurde in dem Zuhause der Familie angeschossen. Die Richterin selbst sei zu dem Zeitpunkt im Keller gewesen und nicht verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter der Strafermittlungsbehörden, der anonym bleiben wollte. Der Getötete sei das einzige Kind der Richterin gewesen.

New Jerseys Gouverneur, Phil Murphy, verurteilte das Geschehen als “sinnlose Tat” und Tragödie, die wieder einmal vor Augen führe, dass die Waffengewalt in den USA eine Krise ausgelöst habe. “Und unsere Arbeit, jede Gemeinde sicherer zu machen, ist nicht getan.”

Salas ist seit 2011 Bundesrichterin in Newark, sie wurde vom damaligen Präsidenten Barack Obama nominiert. Zuletzt hatte sie den Vorsitz in einem laufenden Verfahren, das Investoren der Deutschen Bank angestrengt haben. Diese machen geltend, die Bank habe falsche Angaben über ihre Strategie gegen Geldwäsche gemacht und “Hochrisiko”-Kunden wie den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nicht überprüft.

Zu ihren bekanntesten Fällen der letzten Jahre zählte ein Verfahren über Finanzbetrug, in dem ein Ehepaar aus einer Reality-TV-Show vor Gericht stand. Salas verurteilte beide zu Gefängnisstrafen, staffelte den Haftantritt aber so, dass sich jeweils ein Elternteil weiter um die vier Kinder kümmern konnte.

2017 hinderte sie die Staatsanwaltschaft daran, die Todesstrafe für einen wegen mehrerer Tötungsdelikte angeklagten mutmaßlichen Bandenführer zu beantragen. Zur Begründung führte sie eine geistige Behinderung des Mannes an, den sie später zu 45 Jahren Haft verurteilte.en Präsidenten Barack Obama und der Bestätigung durch den Senat das Amt als Richterin am Bundesgericht in New Jersey.

RND/dpa