Donnerstag , 22. Oktober 2020
Ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht. Quelle: picture alliance / Marius Billin

Als Lieferant verkleideter Mann erschießt Sohn von US-Bundesrichterin

Ein Mann, der sich als Lieferant verkleidet hat, hat den Sohn einer US-Bundesrichterin erschossen. Über den Hintergrund der Tat ist bislang nichts bekannt. Die Richterin ist seit 2011 im Amt, sie wurde vom damaligen Präsidenten Obama nominiert.

North Brunswick. Ein als Lieferant verkleideter Unbekannter hat den 20-jährigen Sohn einer US-Bundesrichterin erschossen. Der Ehemann von Esther Salas, Anwalt Mark Anderl, sei in dem Zuhause der Familie in North Brunswick im US-Staat New Jersey angeschossen worden, sagte die oberste Bezirksrichterin Freda Wolfson der Nachrichtenagentur AP. Der Täter flüchtete nach der Tat vom Sonntag.

Salas sei zu dem Zeitpunkt im Keller gewesen und nicht verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter der Strafermittlungsbehörden, der anonym bleiben wollte. Der Getötete sei das einzige Kind der Richterin gewesen. Die Bundespolizei FBI twitterte am Sonntagabend, sie fahnde nach einem einzelnen Verdächtigen.

Salas von Obama nominiert

Salas ist seit 2011 Bundesrichterin in Newark, sie wurde vom damaligen Präsidenten Barack Obama nominiert. Zu ihren bekanntesten Fällen der letzten Jahre zählte ein Verfahren über Finanzbetrug, in dem ein Ehepaar aus einer Reality-TV-Show vor Gericht stand. Salas verurteilte beide zu Gefängnisstrafen, staffelte den Haftantritt aber so, dass sich jeweils ein Elternteil weiter um die vier Kinder kümmern konnte.

2017 hinderte sie die Staatsanwaltschaft daran, die Todesstrafe für einen wegen mehrerer Tötungsdelikte angeklagten mutmaßlichen Bandenführer zu beantragen. Zur Begründung führte sie eine geistige Behinderung des Mannes an, den sie später zu 45 Jahren Haft verurteilte.

Zuletzt hatte sie den Vorsitz in einem laufenden Verfahren, das Investoren der Deutschen Bank angestrengt haben. Diese machen geltend, die Bank habe falsche Angaben über ihre Strategie gegen Geldwäsche gemacht und „Hochrisiko“-Kunden wie den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nicht überprüft.

“Sinnlose Tat”

Der demokratische Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, sprach in einer E-Mail von einer „sinnlosen Tat“ und erklärte, „diese Tragödie“ sei eine weitere Mahnung, „dass Waffengewalt in unserem Land weiterhin eine Krise darstellt und unsere Arbeit, jede Gemeinde sicherer zu machen, nicht getan ist“.

RND/AP