Mittwoch , 30. September 2020
Ein Wal hat sich in einem Fischernetz in der Nähe der Liparischen Inseln im Mittelmeer verheddert (Videostandbild). Quelle: Uncredited/Italian Coast Guard/A

Pottwal verfängt sich vor Italien in illegalem Fischernetz – Probleme bei Rettung

Vor Sizilien haben Personen einen Pottwal entdeckt, der sich in einem illegalem Fischernetz verfangen hat. Seit Sonntag versuchen Taucher das riesige Tier zu befreien. Die Retter haben große Schwierigkeiten, da der Wal aufgeregt und ängstlich ist.

Rom. Ein Pottwal hat sich in der Nähe der Liparischen Inseln bei Sizilien in einem illegalen Fischernetz verheddert. Die italienische Küstenwache kämpfte mit Biologen und anderen Helfern seit dem Wochenende darum, das rund zehn Meter lange Tier zu befreien.

Nach italienischen Medienberichten vom Montag soll es sich um einen weiblichen Pottwal handeln. Die Küstenwache zeigte ein Video, in dem ein Taucher mit einem Messer Teile des Netzes bearbeitet. Die Retter hatten große Schwierigkeiten, das aufgeregte und ängstliche Tier zu befreien – auch wegen der Größe.

Zweiter Fall in drei Wochen

Trotzdem hätten sie Fortschritte gemacht, hieß es. Es sei gelungen, einen erheblichen Teil des Netzes zu entfernen, berichtete die Zeitung “La Repubblica”. Dann befestigten sie eine Boje mit einem Blinklicht am Schwanz des Wals, um dem Tier auch im Dunkeln folgen zu können. Sie mussten die Aktion aber am Sonntagabend zunächst abbrechen und wollten Montag wieder starten. Die Küstenwache selbst wollte am Montag auf Anfrage zunächst keine Auskunft zur Lage und zum Zustand des Wals geben.

Pottwale gehören zu den Zahnwalen. Die Säugetiere kommen in vielen Weltmeeren vor und können sehr tief tauchen. Die Tiere ernähren sich etwa von Tintenfischen und Kalmaren. Im den vergangenen Monaten seien bei den Liparischen Inseln wiederholt Wale gesichtet worden. Vor rund drei Wochen hatte sich ein wohl männliches Tier ebenfalls in einem Netz verfangen, konnte aber befreit werden, schrieben Medien.

Riesige Treibnetze sind verboten

Fischer in Italien verwenden zum Teil immer noch sogenannte Spadara-Netze, obwohl sie seit langem verboten sind. Dabei handelt es sich um eine Art von Treibnetzen, die zum Teil riesig sind.

RND/dpa