Donnerstag , 1. Oktober 2020
Cathy Hummels moderiert ab 22. Juli die Show “Kampf der Realitystars – Schiffbruch am Traumstrand” (RTL II). Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Cathy Hummels: “Mit Hatern habe ich einfach nur Mitleid”

Ab Mittwoch moderiert Cathy Hummels die neue TV-Show “Kampf der Realitystars” (RTL II). Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht die 32-Jährige über Bodyshaming, Cybermobbing und ihre neue Show. “Es gibt leider so viele Hater, mit denen ich einfach nur Mitleid habe”, sagt Hummels.

Sie moderieren die neue TV-Show “Kampf der Realitystars” mit Kandidaten wie Hubert Fella und Georgina Fleur. Hand aufs Herz: Wie viele Namen der Teilnehmer mussten Sie googeln?

Die Namen hatte ich im Vorfeld alle schon mal gehört, aber ich kannte natürlich den ein oder anderen mehr. Ich wäre aber keine gute Moderatorin, wenn ich nicht recherchiert hätte. So ein paar Background-Infos musste ich natürlich schon sammeln. Ich war sehr gespannt, sie dann in echt zu treffen. Man liest Dinge über Menschen, aber es war wirklich interessant zu sehen, wie sich die Persönlichkeiten dann auch in den Wochen entwickelt haben. Man denkt ja, dass man Georgina Fleur, Jürgen Milski oder Annemarie Eilfeld aus vielen Formaten kennt, an denen sie schon teilgenommen haben. Dann kommen da aber trotzdem noch mal ganz viele neue Dinge ans Licht. Und die Persönlichkeit bekommt die eine oder andere Ecke mehr. Das wird noch ordentlich krachen. (lacht)

Es gibt ja schon zwei, drei Formate, die ein ähnliches Konzept haben. Warum sollte der Zuschauer einschalten, obwohl es auch schon “Das Sommerhaus der Stars” und “Promi Big Brother” gibt?

Das Krasse ist ja, dass bei uns nicht das Publikum entscheidet, sondern die Kandidaten müssen sich selbst rauswählen. Das ist schon tricky, sich eine Fanbase bei den Kandidaten aufzubauen. Wer auf Intrigen setzt, hat ein Problem, weil man niemanden verarschen kann. Dann kann man 50.000 Euro gewinnen, wir sind in Thailand und haben eine Sala, die unfassbar schön ist und unsere Challenges sind witzig, einzigartig, man braucht Köpfchen und sportliche Fitness. Diese Mischung gab es so noch nicht im deutschen Fernsehen. Auch unsere Kandidaten sind gut zusammengewürfelt. Es sind einige dabei, die man sehr gut kennt, und einige, die man noch nicht so auf dem Schirm hat. Dadurch entwickelt sich ein sehr guter Vibe.

Glauben Sie, dass der “Kampf der Realitystars” gut ankommen wird?

Die erste Folge habe ich mir schon angeschaut, aber niemandem aus meiner Familie verraten, dass ich sie schon habe, weil bei uns zu Hause am 22. Juli ein Grillabend veranstaltet wird, und dann schauen wir alle live gemeinsam die erste Folge. Ich glaube, die Show wird ein großer Erfolg. Ich wünsche es mir auf alle Fälle, weil sich alle so viel Mühe gegeben und so viel Zeit investiert haben. Es wäre schade, wenn es floppen würde, aber da wollen wir gar nicht dran denken. Wir sind absolut optimistisch – wie immer. (lacht)

Haben Sie denn lange überlegt, ob Sie die Show moderieren sollen?

Nein, habe ich nicht. Ich habe den Anruf bekommen, dass sie mich wollen und habe sofort geantwortet: “Okay, wann geht’s los?” (lacht) Das ist ja mein erster großer Moderationsjob. Ich bin ganz klassisch zum Casting gegangen und musste da durch die ganzen Prüfungen durch, bis ich den Job bekommen habe. Ich würde aber auch sagen, dass man immer mit Learning by Doing wächst. Ich hatte bei meinen Auftritten bei der Verkündigung, also der sogenannten “Stunde der Wahrheit”, auch immer einen Knopf im Ohr. Einfach zur Sicherheit, falls ich mal eine wichtige Frage vergesse.

Die Dreharbeiten fanden in diesem Frühjahr in Thailand statt, kurz bevor überall die Corona-Maßnahmen getroffen wurden …

Wir hatten tatsächlich gegen Ende schon Angst, dass wir nicht mehr zurückfliegen dürfen. In Thailand gab es zu dem Zeitpunkt fünf Fälle. Da war alles noch total relaxed, aber dann kamen wir nach Deutschland und eine Woche später kam der erste Lockdown.

Bisher sieht es mit Reisen in ferne Länder noch nicht wieder so gut aus …

Ich vermisse das Reisen und freue mich schon, wenn ich irgendwann mal wieder guten Gewissens irgendwo hinfliegen kann und einfach weiß, es ist alles okay. Dieses Jahr habe ich Urlaub nur in Bayern, in meinem Garten und auf meinem Balkon gemacht. Aber das ist auch okay. Man muss sich halt an die Zeit anpassen und momentan steht die Gesundheit an erster Stelle. Aber ein bisschen Fernweh habe ich schon.

Cathy Hummels: “Alles verkaufen, was man hat”

Würden Sie selbst mal an so einer Realityshow als Kandidat teilnehmen wollen?

Nein. Ich glaube, um wirklich ein guter Realitystar zu sein, muss man sich zu 100 Prozent nackt machen – im wahrsten Sinne des Wortes. Sex sells. Man muss alles verkaufen, was man hat. Ich bin ohnehin eine Person, die schon 70 Prozent von sich zeigt. Aber die letzten 30 Prozent behalte ich für mich. Deswegen weiß ich, dass das für mich einfach nichts wäre. Ich stehe lieber als Moderatorin vor der Kamera. Ich habe für mich persönlich meine Grenze und finde, dass ich sowieso schon relativ viel teile. Aber mehr eben auch nicht.

Vor allem: Schon jetzt sorgt jedes Foto, das Sie auf Instagram posten, für Schlagzeilen …

“Du bist zu dick, zu dünn, zu doof.” Aber letztendlich denke ich immer: Man muss damit klarkommen, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist. Ich bin halt kein Fan davon, ein schönes Foto zu posten und nur ein Herzchen-Emoji darunterzusetzen. Meistens habe ich eine Message. Ich bin gegen Bodyshaming und Cybermobbing. Und dafür setze ich mich in Zukunft noch mehr ein. Ich will meine Reichweite für Sinnvolles nutzen wie zum Beispiel die Aktion von “The Helping Leopard”. Wir haben so viel Geld gespendet und vielen Kindern und alten Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Danach muss man sich dann auch wieder Dinge anhören. Es gibt immer diese Meckerliesen.

Cathy Hummels: “Hass hat kein Gesicht”

Was stört Sie ganz besonders?

Es gibt gute, konstruktive Kritik, aber es gibt leider auch so viele Hater, mit denen ich einfach nur Mitleid habe. Die beleidigen nur und nehmen sich so viel Zeit, um ein Profil vollzuspammen. Wenn man jemanden so schrecklich findet, entfolgt ihm einfach. Aber ich bin relativ entspannt und kann damit umgehen. Wir leben halt in einer Welt des anonymen Hasses. Hass hat kein Gesicht. Man muss sich davor einfach schützen und sagen: Ich mag mich, bin zufrieden, wie ich das mache. Das ist mein Account. Der ist 100 Prozent Cathy. Ich weiß einfach, dass der nicht jedem gefällt. Jeder hat seine eigene Meinung, und das ist auch völlig okay.

Nerven Sie diese ganzen negativen Kommentare denn nicht manchmal?

Teilweise blockiere ich diese Leute, aber die melden sich dann mit drei neuen Pseudonymen wieder an. Da geht einfach viel zu viel Zeit drauf, immer wieder die gleichen Leute zu blockieren. Dann denke ich mir: “Schreib deinen Mist. Es ist mir sowieso egal.” Das sind Leute, die ihre eigene Frustration ablassen wollen und hoffen, wenn sie andere fertig machen, dass sie sich danach besser fühlen. Das muss sie in irgendeiner Art und Weise befriedigen. Was ist die schlimmste Strafe für diese Menschen? Wenn man sie ignoriert. Kill them with kindness. (lacht)

Manchmal hat man den Eindruck, dass diese Leute nicht nur in den sozialen Netzwerken rumpöbeln, sondern auch im wahren Leben …

Das ist mir in Zeiten von Corona auch schon passiert. Wenn man zum Beispiel aus Versehen den Mindestabstand nicht einhält, dann wurde ich auch schon angefaucht. Dann sage ich aber auch, dass man das nett sagen kann, weil es von mir keine Absicht war. Letztendlich hat jeder seine Geschichte und ich denke oft: Wenn jemand sich so rüpelhaft benimmt, hoffe ich, dass er sein Glück findet.

Wer ist Cathy Hummels?

Cathy Hummels wurde als Catherine Fischer am 31. Januar 1988 in Dachau geboren Sie ist ein deutsches Model, Influencerin und Autorin Außerdem ist sie bei RTLZWEI als Moderatorin für die Show “Kampf der Realitystars – Schiffbruch am Traumstrand” tätig Sie lernte 2007 den Fußballer Mats Hummels kennen, der damals beim FC Bayern spielte Am 15. Juni 2015 heirateten Cathy und Mats Hummels in München 2018 kam ihr gemeinsamer Sohn Ludwig zur Welt

Von Thomas Kielhorn/RND