Dienstag , 20. Oktober 2020
Ein Flyer mit der Aufschrift "No Sex, only massage welcome, safety first" liegt auf einem Tisch in einem Arbeitszimmer des Bordells "Lauras Girls". Quelle: Tom Weller/dpa

Bordelle kämpfen mit Tag der offenen Tür um die Wiedereröffnung

Seit Mitte März müssen Bordelle in Deutschland wegen der Corona-Pandemie geschossen bleiben. Viele dieser Etablissements stehen nach vier Monaten ohne Einnahmen vor dem finanziellen Ruin. Mit einem bundesweiten Tag der offenen Tür haben sie auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht.

Karlsruhe. Deutschlandweit haben Bordelle mit einem Tag der offenen Tür auf ihre schwierige Lage wegen der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Die Einrichtungen für erotische Dienstleistungen könnten nach Überzeugung der Organisatoren unter Einhaltung strenger Hygieneregeln wieder öffnen.

Laura, Mitbetreiberin von „Lauras Girls“ in Karlsruhe sagte am Donnerstag, sie müsse spätestens im September wieder öffnen, um wirtschaftlich überleben zu können. Ihren vollständigen Namen nennt die Unternehmerin nicht. Ihr Haus sei seit dem 14. März geschlossen. Durch die Schließung der konzessionierten Einrichtungen werde die Prostitution wieder in den illegalen Bereich gedrängt. „Die Kontrolle geht verloren.“ Die Unternehmerin forderte die Politik zu Gesprächen auf. Bisher habe man keine Reaktion aus der Politik gesehen. „Wir werden nicht gehört.“

Keine genauen Zahlen

Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen in der Sex-Branche arbeiten. Im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes hatten sich bis Ende 2018 rund 32 800 Menschen offiziell angemeldet. Dort meldeten sich nach Angaben von Johanna Weber vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen allerdings nur diejenigen an, die es müssen, weil sie in Bordellen, Laufhäusern, Domina-Studios, Sauna-Clubs oder ähnlichen Einrichtungen arbeiten.

RND/dpa