Freitag , 25. September 2020
Von rund 10.000 Tests sollen mindestens 6000 gefälscht gewesen sein. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Tausende gefälschte Corona-Tests in Bangladesch: Klinikchef festgenommen

In Dhaka soll der Besitzer zweier Krankenhäuser insgesamt rund 6000 Corona-Tests gefälscht haben – die Patienten mussten dafür zahlen. Der Politiker gab an, dass seine Kliniken nicht über die Ausrüstung für die Covid-Tests verfügten. Er wurde festgenommen, als er versuchte, das Land zu verlassen.

Dhaka. Wegen Tausender angeblich gefälschter Coronavirus-Testberichten ist der Besitzer von mehreren Krankenhäusern in Bangladesch festgenommen worden. Mohammed Shahed, Mitglied der regierenden Partei Awami-Liga und häufiger Gast in TV-Talkshows, sei am Dienstag festgenommen worden, als er versucht habe, das Land zu verlassen, teilten Beamte am Donnerstag mit. Zuvor war neun Tage lang nach ihm gesucht worden.

Shahed besitzt zwei Regent-Krankenhäuser in der Hauptstadt Dhaka. Nach der Festnahme gab er zu, dass seine Krankenhäuser nicht die notwendige Ausrüstung für Coronavirus-Tests gehabt hätten, wie Kommissar Abdul Baten sagte. Ein Gericht in Dhaka erlaubte am Donnerstag, dass Shahed zehn Tage lang in Untersuchungshaft festgehalten werden könne, um befragt zu werden.

Patienten zahlen für 10.000 zumeist gefälschte Coronatests

Beamten zufolge hatten die Krankenhäuser mehr als 10.000 Testresultate ausgestellt, wovon etwa 60 Prozent gefälscht waren, jedoch trotzdem Patienten in Rechnung gestellt wurden. Die restlichen Tests sollen von einem anderen Krankenhaus durchgeführt worden sein. Die Zahl der Infektionen mit dem Virus näherte sich in Bangladesch am Donnerstag der Marke von 200.000. 2496 Menschen starben laut offiziellen Angaben mit dem Virus.

Shahed ist Mitglied des Subkomitees für Außenpolitik von Ministerpräsident Sheikh Hasina. Gegen Shahed laufen Untersuchungen in mehr als 50 Fällen. Ihm werden Fälschungen und Betrug vorgeworfen.

RND/AP