Sonntag , 25. Oktober 2020
Das Schwurgericht in Münster hat eine lebenslange Haftstrafe gegen einen 52-Jährigen ausgesprochen (Symbolbild).

Tante aus Habgier ermordet: 52-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein 52-Jähriger aus Schleswig-Holstein soll seine eigene Tante ermordet haben, um ein Privatdarlehen nicht zurückzahlen zu müssen. Die Tante hatte dem Mann 25.000 geliehen und eine Rückzahlung gefordert. Das Gericht hält ihn aufgrund meherer Indizien für überführt.

Münster. Ein 52-jähriger Mann aus Holm in Schleswig-Holstein hat nach Überzeugung des Schwurgerichts Münster seine Tante umgebracht, von der er ein Darlehen aufgenommen hatte. Er wurde am Donnerstag wegen Mordes aus Habgier zu lebenslanger Haft verurteilt. Aufgrund einer Vielzahl von Indizien zeigten sich die Richter davon überzeugt, dass der Deutsche im August 2019 seine 68 Jahre alte Tante in Münster (NRW) erwürgt und die Leiche anschließend in den Kreis Pinneberg transportiert hat. Dort war die Tote später an einer Böschung von Spaziergängern gefunden worden.

Tatverdächtiger wollte Darlehen nicht zurückzahlen

In dem mehrere Monate dauernden Prozess hatte das Gericht unter anderem die Verbindungsdaten des Handys des Angeklagten ausgewertet. Danach war das Gerät zur Tatzeit in der Funkzelle eingewählt, die auch den Tatort abdeckt. Außerdem hatte der 52-Jährige nach Ansicht der Richter ein Motiv für die Gewalttat. Er hatte sich vor Jahren von der Tante 25 000 Euro geliehen – und im Sommer 2019 stand die Rückzahlung des Geldes an.

Aus Sicht der Richter sprach auch der Fundort der Leiche für die Schuld des Angeklagten. Aus der Familie habe bis auf den 52-Jährigen niemand eine Beziehung nach Schleswig-Holstein, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte aber wohne gerade einmal fünf Kilometer von der Böschung entfernt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

RND/dpa