Freitag , 18. September 2020
In Berlin-Neukölln ist ein Mann vor der Polizei geflohen und hat dabei mehrere Unfälle verursacht (Symbolbild). Quelle: Carsten Rehder/dpa

Berlin-Neukölln: Autofahrer baut mehrere Unfälle und flieht – Polizei schießt

Was klingt wie das Drehbuch eines Actionfilms, ist tatsächlich im Berliner Stadtteil Neukölln passiert: Ein Autofahrer will sich nicht von Polizisten kontrollieren lassen und gibt Vollgas. Dabei rammt er mehrere parkende Autos und rast in einen stehenden Wagen. Anschließend flieht er zu Fuß und wird von Beamten verfolgt.

Berlin. Bei der Verfolgung eines flüchtigen Autofahrers in Berlin-Neukölln hat mindestens ein Polizist geschossen. Es sei bei dem Einsatz am Donnerstagmittag zu einem Schusswaffengebrauch gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. Zur Zahl der Schüsse und zu den genauen Umständen konnte sie noch keine Angaben machen. Es lagen auch keine Informationen vor, ob einer oder mehrere Beamten schossen. Die Polizei kündigte am Abend an, am Freitag eine Mitteilung zu den Vorkommnissen zu veröffentlichen.

Twitter-Video zeigt Verfolgungsjagd in Neukölln

Auf einem Video bei Twitter, das den Vorfall mutmaßlich zeigt, sind zwei Schüsse eines Beamten auf das Auto des Flüchtigen zu hören. Der Fahrer gibt dennoch Gas und rast schließlich in mehrere stehende Wagen, die Beamten folgen zu Fuß, wie in einer weiteren bei Twitter veröffentlichten Aufnahme aus einer anderen Perspektive zu sehen ist. Der Fahrer steigt aus der Beifahrertür und rennt davon. Die Videos seien bekannt, hieß es von der Polizei.

Der Autofahrer habe zunächst eine Verkehrskontrolle an der Brücke über die S-Bahn am Bahnhof Hermannstraße durchbrochen, sagte die Sprecherin. Auf der Flucht soll der Mann mehrere Verkehrsunfälle verursacht haben, bis Beamte ihn schließlich stellen konnten.

Durch die Unfälle sei der Mann verletzt worden – nicht durch den Waffengebrauch, betonte die Sprecherin. Wer der Fahrer ist und warum er sich der Kontrolle entzog, war zunächst offen. Auch ob er sich in Gewahrsam oder noch in Behandlung befindet, konnte die Polizei nicht sagen. Ein Abschnitt der Silbersteinstraße war zeitweise gesperrt.

Auf der Hermannstraße und in benachbarten Straßen in Neukölln sind immer wieder gefährliche Fahrmanöver und zu schnell fahrende Wagen zu sehen.

RND/dpa