Dienstag , 22. September 2020
Im Prozesses gegen elf Angeklagte und Justizbeamte im Landgericht Freiburg plädieren die Verteidiger für Freisprüche. Quelle: Patrick Seeger/dpa

Prozess um Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Verteidiger fordern Freisprüche

Mehrere Männer sollen im Oktober 2018 eine 18-Jährige vor einer Disco in Freiburg vergewaltigt haben. In dem Prozess gegen insgesamt elf Männer haben die Verteidiger nun auf Freisprüche plädiert. Die Angeklagten bestreiten weiterhin die Vorwürfe oder schweigen.

Freiburg. Im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg haben die Verteidiger überwiegend Freisprüche für ihre Mandanten gefordert. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts am Donnerstag mit. Die Staatsanwaltschaft hatte sich in der vergangenen Woche hingegen für mehrjährige Haftstrafen für einige Angeklagte ausgesprochen. Angeklagt sind elf Männer, die zur Tatzeit zwischen 18 und 30 Jahre alt waren.

Angeklagten drohen bis zu fünfeinhalb Jahre Haft

Für acht Beschuldigte, die in Haft sitzen, plädierte die Anklage auf Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren sowie auf Jugendstrafen zwischen knapp drei und viereinhalb Jahren. Zwei Angeklagte, die auf freiem Fuß sind, sollen demnach wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt werden – zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten beziehungsweise zu sieben Monaten Jugendstrafe auf Bewährung. Bei einem weiteren Angeklagten, der ebenfalls nicht mehr in Haft ist, plädierte die Staatsanwaltschaft auch auf Freispruch.

Die 18-Jährige ist Nebenklägerin in dem Prozess, der Ende Juni begonnen hat. Ihre Vertreterin sprach sich für noch etwas härtere Strafen aus als die Staatsanwaltschaft.

Alle Schlussworte sind damit gehalten, die Angeklagten – überwiegend Flüchtlinge – hatten nach Angaben des Gerichts die Gelegenheit zu einem sogenannten letzten Wort. Das Urteil soll am 23. Juli gesprochen werden. Den Männern wird vorgeworfen, die 18-Jährige Mitte Oktober 2018 nachts vor einer Disco in einem Gebüsch vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben. Sie bestreiten dies oder schweigen zu den Vorwürfen.

RND/dpa