Samstag , 19. September 2020
Das Restaurant "Deutsches Eck" in der Bierstraße auf Mallorca. Quelle: imago images/foto2press

Schließung der Schinkenstraße auf Mallorca: Ladenbesitzer erhebt schwere Vorwürfe

Auf Mallorca müssen nun alle Lokale in der Bierstraße und der Schinkenstraße dichtmachen. Die Ladenbesitzer auf der Partymeile sind verärgert und wollen vor Gericht ziehen. Der Inhaber des Restaurants “Deutsches Eck” erhebt schwere Vorwürfe gegenüber den Behörden und den Medien.

Palma. Nach den wilden Partys auf Mallorca ohne Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln hat die balearische Regierung entschieden, neben den großen Party-Locations wie dem Mega-Park, die komplette Bier- und Schinkenstraße dicht zu machen. Das verärgert nicht nur die Urlauber und Künstler auf der Partymeile sehr, vor allem leiden die Lokale und deren Besitzer und Angestellte darunter.

Michael Bohrmann ist Besitzer des Restaurants “Deutsches Eck”. Erst vor rund zwei Monaten durfte er sein Lokal wieder eröffnen. Jetzt ist es wieder dicht. “Ich muss jetzt wieder das ganze Essen wegschmeißen, das hält ja keine zwei Monate. Ich stehe das irgendwie durch, aber ich habe 23 Angestellte, die gerade wieder komplett gearbeitet haben. Die sind jetzt alle wieder arbeitslos”, sagt der Düsseldorfer dem “Focus”.

“Deutsches Eck” überrannt

Sein Restaurant sei in der besagten Nacht überrannt worden. Nach zwei Stunden sei die Situation wieder unter Kontrolle gewesen. “Wir sind ja schließlich auch ein Restaurant mit Frühstück und Mittagessen. Wir haben zwar auch abends auf, aber deshalb sind wir keine Kneipe”, meint Bohrmann. In den zwei Monaten zuvor sei bei ihm alles in Ordnung gewesen.

Der Ladenbesitzer sieht eine Mitschuld der Schließung auch bei den zahlreichen Kamerateams, die in der Party-Nacht vor Ort waren und seiner Meinung nach “bewusst nach Fehlern gesucht” hätten. Die Bilder waren am nächsten Morgen überall im Fernsehen und im Internet zu sehen. “Teilweise sind Bilder gezeigt worden, die sind fünf Jahre alt. Da hängen Girlanden bei uns im Laden, das muss an Karneval gewesen sein. Sowas hänge ich doch nicht im Sommer auf!”, beklagt Bohrmann.

Wirte wollen vor Gericht ziehen

Dem Wirt habe außerdem nicht gefallen, dass die Polizei so gut wie nicht präsent war: “Die hätten die Lokale räumen sollen, Bußgelder verhängen und gut ist. So stinkt die ganze Sache doch zum Himmel.” Am Freitagmittag wollen sich Bohrmann und weitere Besitzer von Läden in der Schinkenstraße auf neutralem Boden treffen und dann vor Gericht ziehen.

RND/nis