Freitag , 18. September 2020
In einer Region in Pakistan droht Sexualstrafverbrechern künftig Kastration. (Symbolbild) Quelle: imago/blickwinkel

Gesetz in Kaschmir: Sexualstraftätern droht künftig Kastration

In Pakistan ist eine Debatte um die Bestrafung von Sexualverbrechern entbrannt. Grund ist eine Gesetzesänderung in der Himalayaregion Kaschmir. Sexualstraftätern droht bei Vergewaltigung von Minderjährigen künftig Kastration.

Islamabad. In Pakistan ist nach einer Gesetzesänderung in der teilautonomen Himalayaregion Kaschmir eine Kontroverse um die Bestrafung von Sexualverbrechen entbrannt. Sexualstraftätern droht bei der Vergewaltigung von Minderjährigen künftig Kastration. Auch die Todesstrafe, lebenslange Haft und hohe Geldbußen sind vorgesehen. Die Gesetzesänderung wurde bereits am 2. Juli einstimmig vom Parlament im pakistanischen Teil Kaschmirs beschlossen.

Politiker verteidigen Verschärfung des Gesetzes

Ansar Burney, einer der führenden Menschenrechtsaktivisten in Pakistan, kritisierte das Gesetz als unmenschlich. „Das Schlimmste ist, dass es missbraucht werden kann, weil das Strafverfolgungs- und Justizsystem in Pakistan schwach ist und manipuliert werden kann“, so der 62-Jährige. Auch Anwälte in Pakistans Hauptstadt Islamabad äußerten Kritik.

Doch Politiker in Kaschmir verteidigen die Verschärfung des Strafrechts. „Dieses Gesetz ist hart, aber es richtet sich gegen ein sehr abscheuliches Verbrechen, und für uns macht es Sinn, dass ein Pädophiler keine Sympathie oder eine zweite Chance verdient“, sagte Ahmed Raza Qadri, Co-Autor der Gesetzesänderung und Minister in der Himalayaregion.

RND/dpa