Mittwoch , 21. Oktober 2020
Bedroht werden alle türkischen Geschäftsleute im Steintorviertel. Quelle: Sina Schuldt/dpa

Türkische Geschäftsleute in Hannover bedroht – Ermittlungen wegen Volksverhetzung

Türkische Geschäftsleute in Hannover haben Drohbriefe erhalten. Die Schreiben richten sich gegen alle türkischen Geschäftsleute in dem Quartier. Als Absender steht “Die Deutschen” unter den Schreiben. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung.

Hannover. In Hannover haben mehrere türkische Geschäftsleute, darunter unter anderem ein Restaurantinhaber, Drohschreiben erhalten, wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (HAZ) berichtet. In dem Brief, der der Zeitung vorliegt, werden demnach alle türkischen Geschäftsleute im hannoverschen Steintorviertel beschimpft und bedroht. Als Absender steht unter dem Brief “Die Deutschen”.

In dem Drohbrief wird den türkischen Geschäftsleuten demnach vorgeworfen, dass die Dönerrestaurants, Shishabars und andere türkische Geschäfte angeblich nur der Geldwäsche dienten. Es werde bald einen “schweren Krieg” am Steintor geben, heißt es. Zudem wird explizit Hannovers Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth genannt, der im Steintor mehrere Läden betreibt. “Die Rocker von Hanebuth beobachten euch und werden euch killen”, heißt es laut “HAZ” an einer Stelle.

Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung

Die Polizei hat nun laut dem Bericht Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet. Polizeischutz für die betroffenen Geschäfte oder zusätzliche Streifen in dem Viertel und vor den Moscheen der Stadt soll es demnach aktuell aber nicht geben. Dabei beruft sich die “HAZ” auf Behördenangaben.

Einige der bedrohten Geschäftsleute sind nun natürlich in Sorge, wie die Zeitung berichtet. So sagt Mehmet Kilic, Geschäftsführer des Restaurant Urfa Sofrasi, der “HAZ”: “Wir haben Angst, aber wir machen weiter. Aber man weiß ja, wie das ist: Erst kommt der Brief, dann passiert etwas.” In vergangener Zeit sei es nicht zu ähnlichen Drohungen gekommen. Allerdings verweist die “HAZ” darauf, dass es bereits 2012 mal Drohmails von der inzwischen verbotenen rechtsextremen Vereinigung “Besseres Hannover” gegeben habe, an die die aktuellen Schreiben offenbar erinnern.

RND/hsc