Lokführer können von Erben eines Getöteten nach einem Suizid keinen Schadenersatz verlangen. Quelle: imago images / Future Image

Bei Suizid auf Gleisen: Erben müssen keinen Schadenersatz zahlen

Bei einem Suizid auf Bahngleisen müssen die Erben des Getöteten keinen Schadenersatz an den betroffenen Lokführer zahlen. Das bestätigte nun das Oberlandesgericht Frankfurt. Ein Lokführer, der nach einem Suizid-Fall zwei Jahre lang arbeitsunfähig war, hatte auf 90.000 Euro geklagt.

Frankfurt/Main. Nach einem Suizid auf Bahngleisen sind die Erben des oder der Getöteten nicht zum Schadenersatz gegenüber dem betroffenen Lokführer verpflichtet. Voraussetzung sei, dass der Getötete vor dem Suizid aufgrund seines Geisteszustandes nicht schuldfähig gewesen sei, teilte das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) am Dienstag seinen Entschluss mit.

Im Jahr 2013 hatte ein Güterzug zwischen Geisenheim und Rüdesheim eine Person auf dem Gleisbett erfasst, diese wurde getötet. Der Lokführer war daraufhin knapp zwei Jahre lang als arbeitsunfähig krankgeschrieben. Für die Behandlungskosten und die Fortzahlung des Gehalts wurde auf einen Schadenersatz von etwa 90.000 Euro geklagt, das Landgericht lehnte dies jedoch ab. Auch die Berufung hatte nun keinen Erfolg. Der Verstorbene habe nicht schuldhaft gehandelt, sondern dem Lokführer in einem Zustand der “krankhaften Störung der Geistestätigkeit” den Schaden zugefügt, hieß es in der Mitteilung des OLG.

RND/dpa