Dienstag , 29. September 2020
Ein Reagenzglas mit einer Probe.

Beulenpest: Eichhörnchen in USA infiziert, 15-Jähriger stirbt in der Mongolei

In der Mongolei ist ein 15-Jähriger nach einer Beulenpesterkrankung gestorben. Wenige Tage zuvor soll er Murmeltierfleisch gegessen haben, was als möglicher Ansteckungsgrund infrage kommt. In den USA wurde dagegen ein anderes Tier positiv auf eine Infektion mit der Beulenpest getestet.

Govi-Altai/Morrison. Im 14. Jahrhundert bedeutete die Beulenpest den Tod für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Heute gilt die hochansteckende Infektionskrankheit als nahezu ausgerottet. Allerdings tauchen ab und zu neue Fälle auf.

In der Mongolei ist ein Jugendlicher nach dem Verzehr von Murmeltierfleisch an der Beulenpest, auch bekannt als “Schwarzer Tod”, erkrankt und an den Folgen gestorben. Das berichtet “Evening Standard”. Der 15-Jährige soll demnach hohes Fieber bekommen haben und drei Tage später gestorben sein. Alle Personen, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, wurden unter Quarantäne gestellt. Der Fall soll in der Provinz Govi-Altai, nahe der chinesischen Grenze, aufgetreten sein.

Erst in der vergangenen Woche hatte China einen Fall gemeldet – der Mann sei aber in stabilem Zustand. Auch dort gilt der Verzehr von Murmeltierfleisch als Auslöser. Deshalb gilt bis Jahresende ein Verbot für das Jagen und den Verzehr von Tieren, die das Virus übertragen könnten, dazu gehören auch Nagetiere wie Ratten oder Hasen.

Infiziertes Eichhörnchen in den USA

In den USA hat sich aktuell kein Mensch mit der Beulenpest angesteckt. Trotzdem steigt die Angst – denn ein Eichhörnchen in Morrison nahe der Stadt Denver (Colorado) wurde positiv getestet, berichtet eine örtliche Gesundheitsbehörde. Anwohner fürchten nun, dass sich die Krankheit von Tieren auf Menschen übertragen könnten.

Nagetiere sind besonders anfällig. Auch Katzen können die Beulenpest leicht bekommen und sie durch ihre Bisse oder durch Bisse von infizierten Flöhen an den Menschen weitertragen. Das Risiko einer Infektion bei Hunden ist geringer. Unbehandelt kann die Krankheit sowohl bei Tieren als auch bei Menschen schnell zum Tod führen.

Keine Pestfälle in Deutschland

Nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in verschiedenen Ländern Pestfälle. Von 2010 bis 2015 zählte die Organisation 3248 Erkrankte weltweit, 584 davon starben. In den letzten Jahrzehnten wurden vor allem Fälle in Madagaskar registriert, von jährlich mehreren Hundert Fällen spricht die WHO. Zu Infektionen kommt es auch in der Demokratischen Republik Kongo oder Indien.

Die Ausbrüche beschränken sich laut WHO auf Gegenden der Tropen und Subtropen. Es gibt aber auch wenige Ausnahmen: Im ländlichen Westen der USA gab es vereinzelte Fälle, übertragen durch wild lebende Tiere. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten keine Pestfälle.

RND/nis