Samstag , 24. Oktober 2020
Der angeklagte Polizeischüler wusste nicht, dass die Waffe noch geladen war. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Polizeischüler tot: Bewährungsstrafe nach versehentlichem Schuss

Ein Polizeischüler, der aus Versehen einen zwei Jahre älteren Kollegen erschoss, ist zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der damals 19-Jährige habe mit seiner Dienstwaffe hantiert und nicht bemerkt, dass diese noch geladen war.

Würzburg. Nach dem tödlichen Schuss eines Polizeischülers auf einen Mitschüler ist der 21-jährige Angeklagte zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Alle Zeugen hätten das ausgesagt, was die Ermittlungen ergeben und der Angeklagte gestanden hatte, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag vor dem Amtsgericht Würzburg.

Angeklagter hat nicht gewusst, dass die Pistole noch geladen war

Der 21-Jährige war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Februar 2019 hatte er in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg mit seiner Dienstwaffe versehentlich einem zwei Jahre älteren Kollegen in den Hinterkopf geschossen. Der junge Polizeibeamte starb kurz darauf in einer Klinik. Der damals 19-Jährige habe nicht gewusst, dass sich noch eine Kugel im Lauf befand.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Plädoyer eine Bestrafung nach dem Erwachsenenstrafrecht gefordert. Laut Richter wurde unter anderem eine Jugendstrafe verhängt, weil sich der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch in der Ausbildung befand. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

RND/dpa