Montag , 26. Oktober 2020
Die Namen von Eisbechern in einem Café in Essen sorgen für Aufregung. (Symbolbild) Quelle: imago images/Deutzmann

“Mohren”-Eisbecher: Essener Eisdiele reagiert auf Rassismusvorwürfe

Ein Eiscafé in Essen sieht sich zurzeit Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Der Grund dafür: Es gibt zwei Eisbecher mit den Namen “Mohren-Kuller” und “Mohren-Birne”. Der Inhaber erklärt, wieso die Namen gewählt wurden – und reagiert auf die Anschuldigungen.

Der Inhaber der Essener Eisdiele Mörchens Eis im Stadtteil Rüttenscheid sieht sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt, wie unter anderem die “Bild” berichtet. Grund dafür sind demnach zwei Eisbecher mit den Namen “Mohren-Kuller” und “Mohren-Birne”, die demzufolge aus “zwei Riesenkugeln Vanille- und Schoko-Eis, umhüllt mit feinster Schoko-Glasur” und “aromatischer Birne mit Schoko-Creme übergossen, umgeben von feinstem Vanille-Eis” bestehen.

Erhoben wird der Vorwurf laut Bericht vom Interkulturellen Solidaritätszentrum Essen, das die Namen in einem Schreiben, das der Zeitung vorliegt, als “eindeutig rassistisch” bezeichnet. Darin heißt es demzufolge weiter: “Einer so bekannten Eisdiele im multikulturellen Rüttenscheid steht es nicht gut zu Gesicht, wenn sich auf der Eiskarte Eisbecher mit solchen Namen befinden.”

Eisbecher wurden nach Mutter des Inhabers benannt

Der Inhaber des Eiscafés, Dirk Hermanski (52), erklärt nun den Hintergrund der Namen und rechtfertigt sich: Namensgeber für die Eisbecher und auch die Eisdiele sei seine Mutter gewesen, deren Mädchenname “Mohr” lautet. Als Kind sei sie demzufolge mit dem Spitznamen “Mörchen” gerufen worden. “Wir sprechen uns ausdrücklich gegen jede Form von Rassismus aus. Unsere Mitarbeiter kommen aus vielen verschiedenen Kulturen. Der Verfasser des Schreibens hat sich leider nicht die Mühe gemacht, genauere Informationen einzuholen”, sagt er der “Bild” weiter.

Trotzdem will er sich laut der Zeitung neue Namen für die Eisbecher überlegen. “Wenn sich Gäste dadurch angegriffen fühlen, tut mir das leid.”

RND/hsc