Dienstag , 11. August 2020
Junge Leute in einer Diskothek. (Symbolbild) Quelle: picture-alliance/ ZB

30-Jähriger nimmt an Corona-Party in Texas teil – und stirbt

Fragwürdige Covid-Partys in den USA fordern ihre ersten Opfer. In Texas starb nun ein 30-Jähriger, nachdem er eine solche Party besucht hatte. Seine letzten Worte: Er habe gedacht, das Virus sei ein Scherz.

San Antonio. In den USA ist ein 30 Jahre alter Mann gestorben, nachdem er an einer sogenannten Covid-Party teilgenommen hat. Dr. Jane Appleby, Chefarztin am methodistischen Krankenhauses in San Antonio, berichtet in einem Videostatement: “Kurz bevor der Patient starb, schaute er die Krankenschwester an und sagte: ‘Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht. Ich dachte, das Virus wäre ein Scherz, aber das war es nicht.‘”

Appleby habe den Fall öffentlich gemacht, um die Bevölkerung zu warnen. “Ich möchte keine Alarmistin sein – aber wir versuchen, einige Beispiele aus der Praxis zu teilen, damit die Menschen erkennen, dass dieses Virus schwerwiegend ist und sich leicht verbreiten kann.”

Bei den fragwürdigen Covid-Partys in den USA laden mit dem Coronavirus infizierte junge Menschen absichtlich Freunde ein, um zu testen, ob das Virus überspringt. Oftmals ist das sogar mit Wettbewerben verbunden: Wer sich zuerst infiziert, gewinnt Geld.

Rekordzahlen bei Neuinfektionen in Texas

Appleby bemerkt einen signifikanten Anstieg von Erkrankten in ihrer Region und appelliert: “Bitte tragen Sie eine Maske, bleiben Sie zu Hause, wenn Sie können, meiden Sie Gruppen von Menschen und reinigen Sie Ihre Hände.”

Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, hat bereits einen Lockdown für die Stadt vorgeschlagen, damit die Helferinnen und Helfer in den Krankenhäusern überhaupt noch dem erhöhten Patientenaufkommen nachkommen können. Die Entscheidung über eine Sperrung liegt jedoch beim republikanischen Gouverneur Greg Abbott. Dieser hat sich bislang gegen den Schritt ausgesprochen.

In der vergangenen Woche hatte Texas bei den Neuinfektionen erneut Rekorde gebrochen. Staatliche Gesundheitsbehörden meldeten am Sonntag 8.196 neue Fälle, weitere 80 Todesfälle und insgesamt 10.410 Menschen, die aufgrund des Virus ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

RND/msc