Montag , 28. September 2020
Je weiter weg, desto besser: Wer beim Wandern mit viel Abstand an Kühen vorbei geht, vermeidet Unfälle. Quelle: Angelika Warmuth/dpa/dpa-tmn

Deutsche Wanderin in Tirol von Kühen angegriffen und verletzt

Eine Frau aus Nürnberg ist beim Wandern in Tirol von Kühen angegriffen worden. Sie soll abseits der ausgeschilderten Wanderwege unterwegs gewesen sein. In Österreich gilt auf Almen seit vergangenem Jahr ein Verhaltenskodex für Touristen.

Neustift im Stubaital. Eine Frau aus Nürnberg ist bei einer Wanderung im österreichischen Bundesland Tirol von Kühen attackiert und verletzt worden. Die 57-Jährige habe am Sonntagnachmittag trotz ausgeschilderter Warnhinweise eine abgezäunte Weide nahe der Gemeinde Neustift im Stubaital betreten, wie die Polizei mitteilte.

“Plötzlich und unerwartet” seien daraufhin mehrere Jungtiere auf die Frau losgegangen und hätten sie über den Wegrand hinaus in einen Wald gestoßen, wo sie verletzt liegenblieb.

Die Frau konnte den Angaben zufolge selbst einen Notruf absetzen. Aufgrund einer ungenauen Wegbeschreibung fanden die Rettungskräfte sie allerdings erst nach längerer Suche. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Nach tödlicher Kuh-Attacke: Verhaltenskodex für Wanderer

Das Verlassen der Wanderwege auf Almen und Weiden ist in Österreich seit gut einem Jahr verboten, das ist auch eine von zehn Regeln, die im Verhaltenskodex für Wanderer nachzulesen sind. Der Katalog mit dem Namen „Zehn Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh“ wurde im April 2019 aufgestellt – Grund dafür war eine tödlicher Unfall im Jahr 2014. Damals war eine Frau beim Wandern im Tiroler Stubaital von einer Kuhherde angegriffen und totgetrampelt worden.

Zu den Verhaltensregeln gehört, dass Wanderer stets Abstand zu Kühen halten sollen und Schreie, Pfiffe sowie hektische Bewegungen vermeiden sollen. Dadurch könnten die Tiere nervös werden und angreifen. “Kühe sind grundsätzlich keine gefährlichen Tiere, aber Almen sind kein Streichelzoo”, hatte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger zur Einführung des Kodex’ gesagt.

RND/dpa/gei