Um gegen ein geplantes Fahrverbot von Motorrädern an Sonn- und Feiertagen zu demonstrieren kamen 16500 Menschen nach Leipzig. Quelle: imago images/Christian Grube

Demo gegen Lärmschutz: 16.500 Biker legen Leipzig lahm

Pläne für strengere Lärmschutzregeln in den Innenstädten haben Proteste bei Tausenden Bikern ausgelöst. Rund 16.500 Motorradfahrer demonstrierten am Sonntag in Leipzig. Der Verkehr wurde zeitweise lahmgelegt, selbst öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht mehr.

Leipzig. Rund 16.500 Biker haben am Wochenende die Leipziger Innenstadt lahmgelegt. Hintergrund ist eine Initiative des Bundesrates für strengeren Lärmschutz in den Städten. Dagegen wurde am Sonntag umso lauter protestiert.

Wie die “Leipziger Volkszeitung” (LVZ) berichtet, kam der Verkehr in der Stadt während der Demo zeitweise zum Erliegen. Nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig waren davon auch die öffentlichen Verkehrsmittel betroffen. Die Motorradfahrer trugen Kutten mit Sätzen wie “Leis ist scheiß” und Plakate mit Sprüchen wie “Fahrverbote, nein danke!”.

Fahrverbote für Motorradfahrer drohen

Der Korso startete am Vormittag auf dem Parkplatz des Leipziger Paunsdorf Centers und endete mit einer Kundgebung auf dem Augustusplatz. Die Versammlung verlief laut Polizei friedlich.

Der Bundesrat hatte im Mai auf Antrag Nordrhein-Westfalens die Bundesregierung aufgefordert, per Gesetz den Lärmpegel von Motorrädern zu senken. Der Wert soll demnach auf den eines modernen Rasenmähers sinken. Außerdem soll der Bund beschränkte Fahrverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen ermöglichen. Das letzte Wort ist hier aber noch nicht gesprochen: Die Bundesregierung muss nun entscheiden, ob sie den Vorschlag des Bundesrates umsetzen will.

Für Protest sorgt der Vorschlag aber bereits allemal: Eine Petition gegen mögliche Fahrverbote hat bereits 200.000 Unterzeichner.

RND/msc