Samstag , 15. August 2020
Schäferhund-Welpe Al Capone liegt in einem Büro der Bewährungshilfe Stuttgart e.V.. Der Therapiehund soll nach seiner Ausbildung vor allem im Umgang mit Gewalt- und Sexualstraftätern eingesetzt werden. Quelle: Marijan Murat/dpa

Therapiehund Al Capone soll Sexualstraftäter in Gesprächen beruhigen

Als Therapiehund soll Welpe Al Capone nach seiner Ausbildung im Umgang mit Gewalt- und Sexualstraftätern eingesetzt werden. Vielen Menschen helfe die Nähe zum Hund nach Jahren im Justizvollzug. Es könne sogar sein, dass sie in seinem Beisein Gespräche über unangenehme Themen wie die Tat eher zuließen.

Stuttgart. Als Therapiehund soll Schäferhund-Welpe Al Capone nach seiner Ausbildung vor allem im Umgang mit Gewalt- und Sexualstraftätern eingesetzt werden. Der Vierbeiner mit dem markanten Namen könne später in der Behandlung und Resozialisierung straffällig gewordener Menschen eingesetzt werden, sagt Sabine Kubinski, die Hundeführerin des kleinen altdeutschen Schäferhunds. Dort seien Straffällige oft unsicher, wenn es um Bindungen und Vertrauen gehe. „Hunde wie Al Capone sind Eisbrecher“, sagt Kubinski.

Vielen Menschen helfe die Nähe zum Hund nach Jahren im Justizvollzug. Es könne sogar sein, dass sie in seinem Beisein Gespräche über unangenehme Themen wie die Tat eher zuließen. Tiere wie Hunde, Pferde, Rinder und auch Tauben werden seit Jahren vor allem in den Justizvollzugsanstalten Adelsheim, Bruchsal, Freiburg und Ravensburg (Außenstelle Bettenreute) für Therapien eingesetzt. Al Capones Hundekumpel Watson, ein Golden Retriever, hat bereits Kinder oder Jugendliche in zwölf Verfahren begleitet. Dabei gelingt es ihm nach Einschätzung von Kubinski, Vertrauen und Stabilität zu vermitteln.

Bedarf wird es weiter geben, davon ist Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) überzeugt. „Der Anteil von Straftätern mit schwersten Defiziten im Bereich sozialer und emotionaler Kompetenzen wächst leider“, sagt der CDU-Politiker. „Mit herkömmlichen Therapien sind diese Menschen oftmals nicht mehr zu erreichen.“

RND/dpa