Sonntag , 20. September 2020
Die Polizei hat in Nienburg vier Menschen im Zusammenhang mit einem grausamen Mord verhaftet.

19-Jährige in Weser versenkt: Vier Festnahmen

Die Täter beschwerten den Körper einer 19-Jährigen mit einer Steinplatte und versenkten die noch lebende Frau in einem Schleusenkanal in der Weser. Wenige Monate nach dem Mord im Kreis Nienburg sitzen nun mehrere Tatverdächtige in Untersuchungshaft, darunter der Ex-Freund der zweifachen Mutter.

Balge. Im Fall der mit einer Steinplatte in der Weser im Kreis Nienburg ertränkten 19-Jährigen haben die Ermittler drei Männer und eine Frau festgenommen. Gegen drei Beschuldigte gibt es Haftbefehle, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden am Freitagabend sagte. Ihnen wird Mord vorgeworfen. Bei den Verhafteten handelt es sich um einen 40-Jährigen, eine 39-Jährige und einen 21-Jährigen.

Zur Identität des vierten Beschuldigten konnte der Sprecher zunächst keine näheren Angaben machen. Gegen den Mann sei ein Haftbefehl beantragt worden. Nach den ersten Erkenntnissen sind alle Beschuldigten Deutsche. Über die Festnahmen hatte zunächst die “Bild”-Zeitung berichtet. Demnach soll es sich bei einem der Männer um den Ex-Freund der Frau halten.

Ob die Beschuldigten aus dem Rotlichtmilieu stammen, ist nicht bekannt

Ein Binnenschiffer hatte den Leichnam der jungen Frau Ende April bei Balge im Landkreis Nienburg entdeckt. Aufgrund des Obduktionsergebnisses wissen die Ermittler, dass die junge Frau lebend im Schleusenkanal versenkt wurde und ertrank. Ihr Körper war mit einer Steinplatte beschwert worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden der 40-Jährige und die 39-Jährige im Kreis Nienburg verhaftet, der 21-Jährige in Loxstedt nahe Bremerhaven. Ob die Beschuldigten aus dem Rotlichtmilieu stammen, wollte der Sprecher nicht sagen. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei mitgeteilt, die Täter seien vermutlich dem Rotlichtmilieu zuzuordnen. Sie rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden. „Wer hat in der Zeit zwischen dem 05.04.2020 und dem 06.04.2020 Beobachtungen am Schleusenkanal gemacht?“, fragten die Ermittler. „Auch scheinbar unwichtige Dinge können dabei bedeutsam sein.“

Staatsanwaltschaft sucht Hinweise zu illegaler Prostitution in Nienburg

Die Polizei bat die Bevölkerung zudem um Hinweise auf unerlaubte Prostitution im Bereich Nienburgs. Sie verwiesen darauf, dass Hinweise auch vertraulich entgegengenommen werden können. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, setzte die Staatsanwaltschaft 5000 Euro Belohnung aus.

Nach dem Bericht der “Bild”-Zeitung arbeitete die 19-Jährige als Prostituierte. Demnach sollen unter den Tatverdächtigen zwei mutmaßliche Zuhälter sein, einer davon der 21-jährige Ex-Freund der zweifachen Mutter.

RND/dpa