Dienstag , 20. Oktober 2020
Rapper Samy Deluxe fühlte sich in der Corona-Pandemie uninspiriert. Quelle: imago images/Future Image

Samy Deluxe schreibt in der Corona-Zeit kaum neue Texte

Obwohl er mehr Zeit hatte, hat der Hamburger Rapper Samy Deluxe während der Corona-Zeit kaum neue Texte für Lieder geschrieben. Jedes Thema, das ihm vorher wichtig erschien, sei plötzlich nicht mehr so wichtig gewesen, so der 42-Jährige. Zudem habe Corona ihn nahezu gelähmt.

Hamburg. Der Hamburger Rapper Samy Deluxe hat seit Beginn der Corona-Zeit kaum Texte für neue Lieder geschrieben. “Irgendwie wirkte jedes Thema, das vorher wichtig war, nicht mehr so richtig wichtig. Da habe ich nicht mehr so viel geschrieben wie sonst”, sagte der 42-Jährige am Freitag am Rande einer Präsentation seiner neuen Brillenkollektion in Hamburg.

Gleichzeitig aber habe er in der Zeit viele Beats gemacht, also aus bereits bestehenden Musikschnipseln am Computer neue, eigene Musik produziert. “Ich habe in den letzten drei Monaten vielleicht 20, 30 instrumentale Stücke gemacht, aber vielleicht vier davon sind Songs geworden mit ganzen Texten. Das ist für mich nicht so eine hohe Quote.”

Samy Deluxe: Keine Inspiration in der Corona-Pause

Teilweise habe ihn die Corona-Zwangspause allerdings fast gelähmt. „Alles, was dieses Jahr an Stillstand des Systems mitgebracht hat, hat bei mir dazu geführt, dass ich temporär sehr uninspiriert war und überhaupt nicht wusste, wofür ich überhaupt Kunst schaffen soll.“ Samy Deluxe sprüht als Ausgleich zur Musik auch regelmäßig Graffiti, malt Bilder auf Leinwände und entwirft Kleidung mit seinen Motiven. „Ich habe auf jeden Fall in letzter Zeit – aber auch wetterbedingt – mehr gemalt als in den Monaten zuvor. Aber das ist bei mir immer im Sommer so.“

Er sei am Ende des Tages zufrieden, wenn er seine neuen Songs anhören und seine neuen Bilder anschauen kann. „Dann fühle ich mich besser. Mein Messwert für einen erfolgreichen Tag ist, wie viel ich geschafft hab und nicht wie viel Geld ich verdient hab‘.“ Einen faulen Tag gönnt er sich dennoch ab und zu – zumindest, „wenn ich mich so viele Tage am Stück überarbeitet habe, dass es nicht mehr anders geht“.

RND/dpa