Donnerstag , 22. Oktober 2020
Im Kampf um einen Prozess gegen ihren mutmaßlichen Vergewaltiger zieht eine Frau aus München vor das Bundesverfassungsgericht. (Symbolbild) Quelle: dpa

Kampf um Vergewaltigungsprozess – Frau zieht vor Verfassungsgericht

Im Kampf um einen Prozess gegen ihren mutmaßlichen Vergewaltiger zieht eine Frau vor das Bundesverfassungsgericht. Die heute 37-Jährige ist überzeugt, im April 2013 bei einem Discobesuch mit K.o.-Tropfen willenlos gemacht und danach in einem Park vergewaltigt worden zu sein. Da sich das Opfer nur bruchstückhaft an die Tat erinnern kann, wurden die Ermittlungen gegen einen Tatverdächtigen zweimal eingestellt.

München/Karlsruhe. Im Kampf um einen Prozess gegen ihren mutmaßlichen Vergewaltiger zieht eine Frau aus München vor das Bundesverfassungsgericht. Am Donnerstag reichte sie dort Beschwerde ein, wie ihre Anwälte mitteilten. Ein Sprecher des Verfassungsgerichts bestätigte den Eingang eines entsprechenden Antrags.

Der Fall hatte immer wieder Schlagzeilen gemacht. Die heute 37-Jährige ist überzeugt, im April 2013 bei einem Discobesuch in München mit K.o.-Tropfen willenlos gemacht und danach in einem Park vergewaltigt worden zu sein. Eine Spur zu den mutmaßlichen Tätern gab es zunächst nicht. Doch Jahre später wurde ein Verdächtiger anhand seiner DNA-Spuren ausfindig gemacht.

Da sich das Opfer aber nur bruchstückhaft an die Tat erinnern kann und der Mann zu den Vorwürfen schweigt, war die juristische Beweisführung schwierig – so schwierig, dass die Staatsanwaltschaft München I die Ermittlungen wegen mangelnder Erfolgsaussichten trotz eines konkreten Tatverdächtigen zweimal einstellte. Im Mai lehnte das Oberlandesgericht (OLG) München einen Antrag auf Klageerzwingung ab. Gegen diese Entscheidung reichte die 37-Jährige nun Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein.

RND/dpa