Donnerstag , 1. Oktober 2020
Attila Hildmann hat auf Telegram auch schon einen Journalisten gesucht, der positiv über ihn und seine Produkte berichten soll. Quelle: imago images/Mike Schmidt

Attila Hildmann soll Kopfgeld auf Anonymous ausgesetzt haben

Verschwörungstheoriker und Vegan-Koch Attila Hildmann hat in seiner Telegram-Gruppe offenbar ein Kopfgeld von 1000 Euro auf Mitglieder der Anonymous-Bewegung ausgesetzt. So will er an Namen und Adressen der Aktivisten herankommen. Anonymous und Hildmann liegen seit Wochen im Clinch miteinander.

Attila Hildmann soll seinen Fans 1000 Euro geboten haben, wenn diese Namen oder Adressen von Aktivisten von Anonymous Deutschland preisgeben. Das berichtet der “Kölner Stadtanzeiger”. In seiner Telegram-Gruppe, die kürzlich von Anonymous gekapert wurde, hat der Verschwörungstheoretiker demnach das Kopfgeld auf seine Feinde ausgesetzt.

Anonymous und Hildmann liegen seit Wochen im Clinch miteinander. Das Kollektiv wirft dem Koch vor, demokratiefeindlich und hasserfüllt zu sein, und unterwanderte daraufhin die Telegram-Gruppe, in der Hildmann immer wieder Verschwörungstheorien verbreitet. Zudem soll die Gruppe seine Website gehackt haben. Hildmann wirft ihnen darüber hinaus vor, Geschäftspartner angeschrieben zu haben, damit diese Hildmanns Produkte aus dem Sortiment nehmen, und einen Anschlag auf seinen Laden verübt zu haben. Beides bestreitet Anonymous.

Hildmann gegen Anonymous: Sie drohen sich gegenseitig

Doch unschuldig ist das Hacker-Kollektiv wohl nicht. Erst vor rund zwei Wochen hatten sie Hildmann auf Twitter gedroht, die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen des Kollektivs im Kampf gegen Hildmann einzusetzen. “Wir sind das Monster unter deinem Bett, wir vergeben nicht, wir vergessen nicht. Erwarte uns”, hieß es in der Videobotschaft. Anonymous hatte bereits zuvor Hildmann zum Ziel der Kampagne #optinfoil, zu Deutsch: Operation Alufolie, gemacht.

Auch über Anonymous selbst verbreitet Hildmann Verschwörungstheorien und Fake News. Nach wie vor behauptet er, bei Anonymous Deutschland handele es sich nicht um das echte Anonymous, sondern um die Antifa. Er macht das Kollektiv dafür verantwortlich, auf Facebook und Instagram gesperrt worden zu sein – das passierte allerdings eher, weil er mit Beiträgen gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der sozialen Netzwerke verstoßen hatte.

RND/msk