Donnerstag , 29. Oktober 2020
Die seltenen Gorillas wurden in den Mbe Mountains in Nigeria fotografiert. Quelle: WCS Cross River Gorilla Landscape Project

Seltene Gorillas in Nigeria mit Nachwuchs fotografiert

In Nigeria ist eine enorm seltene Gorilla-Art in eine Fotofalle getappt: Es ist zum ersten Mal, dass mehr als ein Jungtier auf einem Bild eingefangen wird. Forscher hoffen nun, dass sie mehr über die Fortpflanzung und Lebensweise der scheuen Tiere erfahren können.

Tierschützer haben Grund zur Freude: In Nigerias Mbe-Bergen hat eine Kamerafalle erstmals Bilder einer Gruppe bedrohter Cross-River-Gorillas mit Nachwuchs festgehalten. Auf den Aufnahmen waren mehrere Babys zu sehen, wie die Organisation Wildlife Conservation Society bekanntgab. Die Bilder wurden im Mai gemacht, im Juni Farbaufnahmen aus der Region gesichert. Bislang habe es nur sehr wenige Aufnahmen gegeben, sagte der Primatenforscher John Oates der Nachrichtenagentur AP. “Wir wissen sehr wenig über die Fortpflanzung dieser (Gorilla-)Unterart, so viele Jungtiere zu sehen, ist also ein positives Zeichen.”

Tierschützer hatten einst befürchtet, dass die Cross-River-Gorillas trotz Schutzmaßnahmen bereits ausgestorben seien. Die Tiere leben in abgeschotteten Bergregionen in Nigeria und Kamerun, zeitweise ging die Forschung nur von etwa 300 lebenden Cross-River-Gorillas.

Fotos von mehreren Jungtieren gab es bisher noch nie

2012 hatten Wissenschaftler gut 50 Kameras in den Schutzgebieten Kagwene Gorilla Sanctuary in Kamerun und Nigerias Mbe Mountains Community und Afi Mountain Wildlife Sanctuary aufgestellt. Seither wurden zwar einige Aufnahmen gemacht, aber es gilt als schwierig, eine Gemeinschaft von Cross-River-Gorillas abzulichten. Fotos von mehreren Jungtieren gab es noch gar nicht.

Cross-River-Gorillas werden seit Jahrzehnten durch die Jagd bedroht, außerdem verkleinern Menschen kontinuierlich ihren Lebensraum, weil sie Wald für Landwirtschaft abholzen. Die Unterart wurde Ende der 1980er Jahre „wiederentdeckt““. Die Tiere sind sehr schüchtern. Dass sie in einer Region leben, erkennen Experten meist an ihren Nestern, ihrem Kot oder Futterwegen.

RND/AP