Der Angeklagte Gregor S. (r) und sein Verteidiger Eckart Wähner stehen bei der Fortsetzung des Prozesses um die tödliche Messerattacke gegen den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker. Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Plädoyers im Weizsäcker-Mordprozess: Staatsanwältin fordert 14 Jahre Haft und Psychiatrie

Der Prozess um die Tötung des Berliner Chefarztes Fritz von Weizsäcker neigt sich dem Ende entgegen. In ihren Plädoyers fordert die Staatsanwältin 14 Jahre Gefängnisstrafe sowie die Unterbringung in einer Psychiatrie. Damit berücksichtige sie eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten.

Berlin. Knapp acht Monate nach der Tötung des Berliner Chefarztes Fritz von Weizsäcker hat die Staatsanwältin für den Täter eine Gesamtstrafe von 14 Jahren Gefängnis sowie seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert. Der 57-jährige Angeklagte habe sich des Mordes schuldig gemacht, sagte die Anklägerin am Mittwoch in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Berlin. Er habe den jüngsten Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gegen Ende eines Vortrags in der Schlosspark-Klinik Berlin heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen erstochen.

Bei ihrer Strafforderung berücksichtigte die Staatsanwältin eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten, sonst wäre bei Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe zwingend. Sie sagte, es sei eine sinnlose Tat eines psychisch nicht unerheblich gestörten Mannes. Zudem sei er des versuchten Mordes an einem Polizisten schuldig zu sprechen. Der Polizist, der privat bei dem Vortrag war, wollte den Angreifer stoppen und wurde schwer verletzt. Nach bisherigen Planungen sollte noch am Mittwochnachmittag, dem achten Prozesstag, das Urteil verkündet werden.

Weizsäcker durch Messerstich in den Hals getötet

Fritz von Weizsäcker war am 19. November 2019 durch einen Messerstich in den Hals getötet worden. Der 57-jährige Angeklagte aus Andernach in Rheinland-Pfalz gestand die Tat. Laut einem psychiatrischen Gutachten war er wegen einer Zwangsstörung in seiner Steuerungsfähigkeit vermindert schuldfähig. Im Prozess sagte der Mann mehrfach, er habe nicht aus einem Wahn heraus gehandelt.

RND/dpa