Donnerstag , 13. August 2020
ARCHIV - 26.04.2016, Mexiko, Mexiko-Stadt: Angehörige und Unterstützer tragen Bilder der 43 vermissten Studenten während eines Protests, durch den die Aufklärung des Falls gefordert wurde. Überreste, die möglicherweise zu einigen der 43 Studenten gehören, die im Jahr 2014 entführt und mutmaßlich ermordet wurden, sind im Juni 2020 in Mexiko gefunden worden. Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Rebecca Blackwell/AP/dpa

43 Studenten vor sechs Jahren verschleppt: Mexikanische Ermittler finden Knochen

Im Jahr 2014 wurden 43 Studenten in Mexiko entführt und ermordet. Nun haben Ermittler einen Knochen eines der Entführungsopfer gefunden. Die Einzelheiten und Hintergründe der Tat sind noch immer unklar. Verurteilt wurde bis heute niemand.

Mexiko-Stadt. Ermittler in Mexiko haben einen Knochen von einem der 43 Studenten gefunden, die im Jahr 2014 entführt und mutmaßlich ermordet wurden. Es handelte sich um den ersten solchen Fund in dem Fall, seit Ende 2014 ein Knochenteil eines anderen Studenten entdeckt wurde – der bislang einzige Fund von Überresten.

In einer Schlucht rund 20 Kilometer vom Entführungsort entfernt wurden nun bereits Ende November auf einen Hinweis hin 15 Indizien entdeckt, wie der Chef der Spezialeinheit der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft, Omar Gómez Trejo, am Dienstag mitteilte. Sechs mutmaßliche menschliche Überreste wurden nach seinen Angaben später von Spezialisten an der Universität Innsbruck in Österreich untersucht. Dabei sei ein Beinknochen des verschwundenen Studenten Christian Alfonso Rodríguez Telumbre identifiziert worden.

Verurteilt wurde bis heute niemand

Er war einer der 43 Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa, die in der Nacht zum 27. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero von Polizisten verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos (Vereinte Krieger) übergeben wurden. Offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und auf einer Müllkippe verbrannt. Unabhängige Untersuchungen ergaben allerdings, dass es dafür nicht genug Beweise gibt. Die Einzelheiten und Hintergründe der Tat sind noch immer unklar. Verurteilt wurde bis heute niemand.

Vergangene Woche war zum ersten Mal seit langem wieder etwas Bewegung in den Fall gekommen. Zuerst wurde bekannt, dass ein mutmaßlicher Anführer der Guerreros Unidos festgenommen worden war. Dann teilte Mexikos Generalstaatsanwalt Alejandro Gertz Manero mit, dass Überreste gefunden worden seien, die möglicherweise zu einigen der 43 Studenten gehörten. Es war zunächst unklar, ob damit der nun bekannt gegebene Fund gemeint war.

RND/dpa