Mittwoch , 28. Oktober 2020
Die Maskenpflicht im Einzelhandel sowie im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gehört inzwischen zum Alltag vieler Menschen. (Symbolbild) Quelle: imago images/Christian Ohde

Spucken, schlagen, randalieren: Wenn der Streit mit Maskenverweigerern eskaliert

Seit Ende April gilt in Deutschlands Bundesländern die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf. Aller öffentlichen Diskussionen zum Trotz empfiehlt der Bund das Tragen der Masken dringend. Dennoch gibt es immer wieder Einzelne, die sich partout weigern, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und diese Einstellung auch lauthals und notfalls mit Gewalt zum Ausdruck bringen.

Die Maskenpflicht im Einzelhandel sowie im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gehört inzwischen zum Alltag vieler Menschen. Trotzdem müssen Einzelne immer wieder an die in Deutschland geltende Maskenpflicht erinnert und aufgefordert werden, die Maske ordnungsgemäß zu tragen – zum Schutz anderer. Dabei kommt es immer wieder zu Vorfällen, bei denen Diskussionen mit Maskenverweigerern nicht selten in gewalttätigen Auseinandersetzungen enden.

Aktueller Fall aus Frankreich schockt Europa

Am Montag schockierten Berichte über einen brutalen Angriff auf einen Busfahrer im Südwesten Frankreichs die Menschen. Der 50-jährige Fahrer soll im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne am Sonntagabend vier Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen haben, weil diese – trotz Maskenpflicht – ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen wollten. Ein Mann schlug den Busfahrer daraufhin von hinten heftig auf den Kopf. Der Busfahrer wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Supermärkte und Einzelhandel als häufige Schauplätze von Konflikten mit Maskengegnern

Ob im Supermarkt oder im Bekleidungsgeschäft, immer wieder kommt es zu Vorfällen mit Gegnern des Mund-Nasen-Schutzes, bei denen diese nicht selten handgreiflich werden. Im Mai etwa kam es in einem Supermarkt in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) zu einer Attacke nach einer aus dem Ruder gelaufenen Maskenkontrolle, bei der zwei Polizisten schwer verletzt wurden. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz in dieser Angelegenheit. Im nordrhein-westfälischen Hagen wiederum hat ein 27 Jahre alter Mann einen Polizisten angespuckt, nachdem dieser ihn auf die geltende Maskenpflicht hingewiesen hatte. Ebenfalls angespuckt wurden Ordnungskräfte in Köln von einer 69-jährigen Seniorin, die einen Supermarkt ebenfalls ohne Maske betreten wollte.

Nicht nur hierzulande kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Masken-Verweigerern im Einzelhandel: Eine Frau aus Dallas etwa hat in einem Supermarkt die Beherrschung verloren, als sie von einem Mitarbeiter auf die wegen der Corona-Pandemie herrschende Maskenpflicht aufmerksam gemacht worden ist.

Zugbegleiter müssen die Bundespolizei täglich hinzuziehen

Auch in den Zügen der Deutschen Bahn gilt die Maskenpflicht. Nicht alle Fahrgäste halten sich jedoch daran, während der Zugfahrt einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland erzählt eine Zugbegleiterin der Deutschen Bahn, wie oft sich Reisende nicht an die Maskenpflicht halten und wie das Zugpersonal damit umgehen muss.

Sexueller Übergriff auf stellvertretende Bürgermeisterin

In Köln kam es am vergangenen Wochenende zu einem weiteren Fall, der sprachlos macht: Zahlreiche Menschen feierten am Freitagabend in Gruppen in der Innenstadt und vergaßen darüber die geltenden Corona-Auflagen. Von eben dieser Situation wollte sich am Freitagabend Kölns stellvertretende Oberbürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) mit eigenen Augen ein Bild machen. Doch als sie das Gespräch mit einer Gruppe Feiernder suchte, wurde sie Opfer eines sexuellen Übergriffs, bei dem einer der Männer der 67-Jährigen an die Brust fasste.

Maskenbefürworter appellieren an Maskenverweigerer

Aller – teilweise gewaltgeladener – Nachrichten über Maskenverweigerer zum Trotz setzen sich weltweit jedoch auch zahlreiche Menschen für das Tragen einer Maske ein. “Eine Maske ist unbequem, aber nicht das Ende der Welt” – mit diesen Worten etwa richtet sich eine US-amerikanische Radiomoderatorin in der vergangenen Woche an Maskengegner. Sie selbst hatte während der 38-stündigen Geburt ihres Babys durchgehend eine Maske tragen müssen.

RND/liz