Samstag , 31. Oktober 2020
Polizisten mit Spürhund gehen nach einer Bombendrohung ins Justizzentrum Erfurt. Quelle: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/

In mehreren deutschen Städten: Gerichte nach Bombendrohungen geräumt

In mehreren deutschen Städten kommt es an Gerichten zu Bombendrohungen. Gerichte unter anderem in Mainz, Lübeck, Erfurt, Wolfsburg und Chemnitz werden geräumt. Die Gerichtsverhandlungen werden teilweise kurzzeitig ausgesetzt.

Mainz/Erfurt. Mehrere Gerichte in deutschen Städten sind am Dienstag nach Bombendrohungen geräumt worden. In Mainz, Lübeck, Erfurt, Chemnitz, Baden-Baden und Wolfsburg waren Drohungen eingegangen. In Hanau wurde – ebenfalls nach einer Bombendrohung – das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit evakuiert. Betroffen waren in Hanau lediglich die Mitarbeiter, Publikumsverkehr gab es zu dem Zeitpunkt am Morgen noch nicht, wie ein Polizeisprecher berichtete.

In der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt waren zwei Sprengstoffspürhunde im Einsatz und durchstreiften das Justizzentrum, wie eine Polizeisprecherin sagte. Betroffen seien unter anderem das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft Erfurt, deren Mitarbeiter ihre Büros verlassen mussten. Die Gerichtsverhandlungen seien zunächst bis Mittag ausgesetzt, hieß es.

Bombendrohungen auch in Essen und Bochum

Von Bombendrohungen gegen die Justiz waren auch die Landgerichte in Essen und Bochum betroffen. Hier habe die Polizei die Gefahr als gering eingestuft und relativ schnell Entwarnung geben können, nachdem nichts gefunden worden sei, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Justizministeriums. Eine Sprecherin des Essener Landgerichts sagte, es habe am Morgen nach Rücksprache mit der Polizei keine Einschränkungen des Dienstbetriebs gegeben.

In Lübeck erfuhr die Polizei am Dienstagmorgen von der Bedrohung gegen das Gebäude des Amtsgerichts. Auch dort wurde das Gebäude laut “Lübecker Nachrichten” (LN) geräumt. Dasselbe gilt für die niedersächsischen Stadt Wolfsburg. Auch hier kam es laut “Wolfsburger Allgemeiner Zeitung” (WAZ) nach einer Drohung zu einem Polizeieinsatz.

Absperrungen in Mainz und Chemnitz

In Mainz wurde ebenso das Land- und das Amtsgericht geräumt. Die umliegenden Straßen wurden weiträumig abgesperrt, wie eine Polizeisprecherin berichtete. Die Drohung gegen das Gebäude sei gegen 7.30 Uhr bei der Polizei eingegangen.

Laut MDR kam es außerdem auch in Chemnitz am Amtsgericht zu einer Bombendrohung. Die Straße vor dem Gerichtsgebäude ist demnach abgesperrt worden.

Immer wieder Drohungen gegen Behörden

Solche – in der Regel leeren – Drohungen gegen Behörden kommen immer wieder vor. Bei Justizbehörden gingen in der Vergangenheit außerdem häufiger Briefsendungen mit dubiosem Pulver ein. Dies hat zwar regelmäßig größere Feuerwehreinsätze zur Folge, die Pulver erwiesen sich bisher nach Laborprüfungen jedoch als harmlos.

RND/dpa/hsc