Freitag , 30. Oktober 2020
Kanye West (Mitte) und seine Frau Kim Kardashian (links) zählen zu den einflussreichsten Menschen in den USA. Der Rapper gilt als Freund von US-Präsident Donald Trump (rechts). Quelle: dpa/AP/RND/Montage

Rapper, Unternehmer und Trump-Freund: Das ist Kanye West

Kanye West will laut eigener Aussage in den Kampf um den Einzug ins Weiße Haus einsteigen. Als Musiker und Unternehmer hat der Rapper schon einige Erfolge feiern können. Zusammen mit seiner Frau Kim Kardashian gehört er zu den einflussreichsten Menschen in den USA.

Los Angeles. Der US-Präsidentschaftswahlkampf gleicht oftmals mehr einem Showbusiness, als einer fair geführten politischen Auseinandersetzung. Donald Trump sorgt Woche für Woche mit seinen kruden Thesen für Kopfschütteln – und das nicht nur bei seinen Kritikern. Dass nun aber Kanye West ins Rennen um den Einzug ins Weiße Haus mitmischen will, macht den Wahlkampf noch brisanter. Doch wer ist West überhaupt? Welchen Bezug hat er zur US-amerikanischen Politik und wie ernst gemeint ist seine Ankündigung? Ein Überblick:

Kanye West – der erfolgreiche Musiker

Den meisten wird West als erfolgreicher Rapper bekannt sein. Doch der 43-Jährige, dessen Vermögen auf rund 1,3 Milliarden Euro geschätzt wird, hat noch weitaus mehr finanzielle Standbeine. Er ist zudem erfolgreicher Musikproduzent und hat unter anderem mit den Rappern Jay-Z und Common sowie dem Sänger John Legend zusammengearbeitet. Allein in den USA verzeichnete er bislang mehr als 60 Millionen Tonträger und Downloads und gehört zu den einflussreichsten Musikern der Welt. Zu seinen bekanntesten Hits zählen Songs wie “Power” und “Runaway”.

Kanye West – der umtriebige Unternehmer

Auch als Schuhdesigner feierte er große finanzielle Erfolge. 2009 brachte er mit Nike die ersten YEEZY´s auf den Markt. Zudem designte er Schuhe für Louis Vuitton und andere Marken. Durch seine ohnehin schon große Bekanntheit verkauften sich seine Produkte gut. Die YEEZY´s etwa gehören zu den bekanntesten Sneakern der Welt. Zudem präsentierte er auch eigene Modemarken für Frauen und ist gut im Fashionbusiness vertreten. Ein Beispiel gefällig? 2013 brachte er in Kollaboration mit APC ein schlichtes weißes Shirt auf den Markt. Der Preis: Stolze 120 Euro – und trotzdem waren die Shirts nach kurzer Zeit vergriffen. 2012 gründete er zudem sein Unternehmen DONDA. Offiziell heißt es, das Unternehmen wolle kreative Inhalte erstellen, was genau dies bedeutet ist jedoch nicht ganz klar. Er erklärte bei der Gründung jedoch, dort anzuknüpfen, wo Technikgenie Steve Jobs aufgehört hatte.

Kanye West und der Kardashian-Jenner-Clan

Seit 2012 ist West mit dem Realitystar Kim Kardashian zusammen, 2014 folgte die Heirat des Glamourpaares. Mit der erfolgreichen Influencerin hat West vier Kinder: North West (7), Saint West (4) Psalm West (1) und Chicago West (2). Die beiden jüngsten wurden von einer Leihmutter auf die Welt gebracht. Auch seine Frau nagt nicht am Hungertuch – ihr Vermögen wird auf rund 325 Millionen Euro taxiert. Durch die TV-Serie “Keeping Up with the Kardashians” wurde die Familie bekannt. Der Kardashian-Jenner-Clan gilt als einer der einflussreichsten Familienclans in den USA. Kim und ihre Halbschwester Kylie Jenner haben beide knapp 160 Millionen Follower auf Instagram und verdienen ihr Geld mit Werbung und eigenen Beauty- und Modemarken.

Kanye West und die US-Politik

West hat schon mehrfach geäußert, sich politisch engagieren zu wollen. 2015 verkündete er bei den MTV Video Music Awards, bei der US-Wahl 2020 antreten zu wollen. Im letzten Jahr kündigte er dann überraschend seine Kandidatur für das Jahr 2024 an. “Es wird eine Zeit geben, in der ich Präsident der USA sein werde”, sagte er einst in einem Interview. Anders als viele andere Prominente gilt der Rapper als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Der 73-Jährige empfing den Musiker im letzten Jahr sogar im Weißen Haus, West trug bei diesem Treffen die typische Trump-Kappe mit dem Slogan “Make America Great Again”. Doch im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung soll das Verhältnis gelitten haben. Auch weil der Musiker unter anderem die Familien von George Floyd und Breonna Taylor unterstützte, die durch Polizeigewalt starben.

Fraglich ist, warum West selbst antreten will und so womöglich seinem Kumpel Trump die Stimmen streitig macht. Dies könnte Joe Biden, dem Kandidaten der Demokraten, womöglich in die Karten spielen.

Kandidatur nur ein PR-Gag?

West wäre nicht der erste Promi aus dem Showbusiness, der in der Politik Karriere machen will. Das beste Beispiel ist Trump selbst. Und auch Arnold Schwarzenegger war als einstiger Actionheld später Gouverneur von Kalifornien. Doch einige halten die angekündigte Kandidatur von West für einen guten PR-Gag, um sein bereits angekündigtes neues Album “God´s County” weiter zu promoten.

Rein theoretisch ist seine Kandidatur noch möglich. Er könnte als unabhängiger Bewerber in den Wahlkampf einsteigen. Doch in einigen US-Bundesstaaten ist die Frist, um überhaupt auf dem Stimmzettel zu kommen, bereits abgelaufen. Gut stehen seine Chancen also nicht, doch der Name Kanye West steht in den USA für Erfolg. Und erfolgreiche Unternehmer sind in den USA beliebt. Von einigen Hollywoodstars hagelte es für den Rapper bereits Hohn und Spott nach seiner ambitionierten Ankündigung. Doch davon wird sich der selbstbewusste Unternehmer sicher nicht entmutigen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Jan Jüttner/RND