Sonntag , 27. September 2020
Die schwerkranke Mandy Kühr will noch ein letztes Mal den Sonnenuntergang auf Usedom sehen. (Symbolbild) Quelle: imago images/Panthermedia

Sonnenuntergang auf Usedom: 38-Jährige bekommt letzten Lebenswunsch erfüllt

Der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes bringt schwerkranke Menschen an jeden Wunschort in Deutschland. Auch die 38-Jährige Mandy Kühr möchte sich so noch einen letzten Traum erfüllen: Den Sonnenuntergang auf Usedom zu sehen.

Heringsdorf. Für die 38-Jährige Mandy Kühr ist auf der Ostseeinsel Usedom ein letzter Traum in Erfüllung gegangen: Die Rollstuhlfahrerin hatte sich gewünscht, ein letztes Mal den Sonnenuntergang in Heringsdorf zu sehen. “(Das) stand auf meiner Löffelliste. Genau wie Fallschirmspringen”, erzählte sie der “Ostsee Zeitung”. Unter Löffelliste verstehe sie, “die Liste mit Dingen, die man gern tun will, bevor man den Löffel abgibt”. Der Arbeiter-Samariter-Bund konnte der Frau nun diesen letzten Blick auf den Sonnenuntergang ermöglichen.

Mit dem Wünschewagen fährt der Bund schwerkranke Menschen kostenlos an jeden Ort in Deutschland, den sie unbedingt noch einmal besuchen möchten. Die Ostsee sei kein seltenes Anfahrtsziel des Wünschewagens. Wie Kühr auch, würden viele Menschen eine schöne Zeit und Familienurlaube mit der Küste verbinden, berichtete eine ASB-Sprecherin der “OZ”.

RBB-Moderatorin begleitet Wünschewagen

Ein Autogramm von RBB-Moderatorin Tatjana Jury habe ebenfalls auf der Löffelliste von Kühr gestanden. Als Ehrenamtliche des Wünschewagens begleitete Jury die 38-jährige Rollstuhlfahrerin schließlich sogar nach Usedom. “Ich bin so froh, dass der ASB diese Reise ermöglicht,” so Kühr zur “OZ”. Sie habe durch die coronabedingte Verschiebung bereits bezweifelt, dass sie die Fahrt noch schaffen würde.

Wie die “OZ” weiter berichtete, leide Kühr seit 2011 an einer Herzschwäche, die trotz mehrerer Operationen nicht geheilt werden konnte. Vor einer ihrer letzten OPs habe sie beschlossen, ihre Beerdigung zu organisieren und auf alle kommenden Eingriffe zu verzichten. Auch einen neuen Herzschrittmacher wolle sie sich in ein paar Wochen nicht einsetzen lassen. “Meine Kraft ist zu Ende”, sagte sie der “OZ”. Kühr lebt in einem Missionshaus in Brandenburg, wo sie nach der Reise für die restliche Zeit ihres Lebens palliativ versorgt werde.

RND/al