Donnerstag , 1. Oktober 2020
Giftig, aber tödlich für Menschen erst bei einer Gemeinschaftsattacke: Eine weibliche Kreuzotter liegt im Gras am Main-Donau-Kanal. Bei einem Junggesellenabschied in Österreich verwechselte ein Berliner eine solche Schlange – sehr zu seinem Nachteil – mit einem Wurm. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Mutprobe: Berliner von Kreuzotter in Zunge gebissen

Leoparden küsst man nicht, soviel weiß man seit dem Filmklassiker mit Cary Grant. Schlangen küsst man aber auch nicht, das erfuhr jetzt ein Mann bei einem Junggesellenabschied. Auf einer Almhütte wagte er eine Mutprobe – mit schmerzhaften Folgen.

Neuberg an der Mürz. “Leoparden küsst man nicht” heißt ein Filmklassiker mit Cary Grant und Katharine Hepburn. Dem Filmtitel würde wohl jedermann zustimmen, einige andere Vertreter des Tierreichs laden auch nicht gerade zum Mund-zu-Mund-Vergnügen ein, Schlangen beispielsweise. Jetzt wurde ein Mann aus Berlin bei einem Junggesellenabschied in Österreich von einer Kreuzotter in die Zunge gebissen. Der 38-Jährige habe die Babyschlange bei einem Polterabend am Samstagabend auf einer Almhütte in der Steiermark mit einem Wurm verwechselt, teilte das Österreichische Rote Kreuz mit.

Als er sie im Rahmen einer Mutprobe mit der Zunge berührte, habe das giftige, menschlichen Zärtlichkeiten dieser Art keineswegs zugeneigte Tier zugebissen. Weil der Rachen des 38-Jährigen daraufhin zuschwoll, musste er den Angaben nach von einem Notarzt versorgt und ins rund 60 Kilometer entfernte Landeskrankenhaus in der Wiener Neustadt gebracht werden.

Würmer küsst man auch nicht. Und man verwechselt sie eigentlich auch in erheblicher Feierlaune nicht mit Schlangen. Kreuzottern beißen für gewöhnlich nur bei massiver Bedrohungslage zu. Zwar ist ihr Gift doppelt so wirksam wie das der Diamantklapperschlange, ihr Giftvorrat ist allerdings gering. Lebensgefährlich würde es für einen Menschen erst, wenn er gleichzeitig von mehr als fünf Kreuzottern gebissen würde.

RND/dpa