Samstag , 26. September 2020
Immer wieder tauchen in den USA schwer bewaffnete Gegendemonstranten bei den Black-Lives-Matter-Protesten auf, wie hier in Utah vor wenigen Tagen. Quelle: Scott G Winterton/The Deseret Ne

Fake News zu Flaggenverbrennung: Rechte marschieren mit schweren Waffen auf

Rechte Gruppen sind in Pennsylvania Falschmeldungen aufgesessen. Wochenlang wurde über soziale Netzwerke verbreitet, dass die Antifa am 4. Juli Flaggen in Gettysburg verbrennen wolle. Schwer bewaffnet versammelten sich Rechtsradikale, Skinheads und andere, um die Flaggen mit Gewalt zu verteidigen.

Gettysburg. Der 4. Juli ist der Amerikanische Unabhänigkeitstag – und an diesem wollten rechtsradikale Gruppen in Pennsylvania ihr Land und ihre Geschichte besonders gut verteidigen. Also fuhren sie schwer bewaffnet nach Gettysburg – einem der entscheidenden Schlachtfelder im Amerikanischen Bürgerkrieg –, um dort Flaggen vor der Verbrennung durch die vermeintliche Antifa zu schützen. Doof nur, dass gar niemand von der Antifa da war.

Es hatte sich offenbar um eine gezielte Falschmeldung gehandelt. Wochenlang waren Ankündigungen in den sozialen Netzwerken zu lesen, auch Medien landesweit griffen die angeblich geplante Aktion auf. Die “Washington Post” berichtete darüber, wie gezielt falsche Informationen gestreut wurden. So rief die angebliche Antifa zu einem “friedlichen Flaggenverbrennen” auf, an Kinder wolle man Flaggen verschenken, damit diese sie sicher ins Feuer werfen könnten.

Wer die Fake News verbreitet hat, ist noch unklar

Das rief dann also die Rechten auf den Plan: Biker, Skinheads, Milizen und andere rechtsextreme Gruppen kündigten an, Denkmäler des Bürgerkrieges und die US-Flagge notfalls mit Gewalt zu verteidigen, wie “Spiegel online” berichtet. Sie brachten Schusswaffen und andere Waffen mit und kleideten sich mit militärisch anmutenden Uniformen.

Woher die Fake News stammen, ist noch nicht bekannt. Zuletzt wurden in den sozialen Medien aber immer wieder Nutzer aus der rechten Szene gesperrt, die sich über Fake-Profile als Antifaschisten ausgegeben hatten und friedliche Proteste unterwandern wollten.

Vor drei Jahren gab es schon einmal ähnliche Gerüchte, auch damals gab das lokale Antifa-Kollektiv bekannt, nichts damit zu tun zu haben. Und auch damals kamen viele rechte Gruppierungen, einer der Männer hatte sich schließlich versehentlich selbst angeschossen.

RND/msk