Dienstag , 11. August 2020
Die Tiger-Anlage im Züricher Zoo bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Quelle: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Nach Tod von Pflegerin im Zoo Zürich: Tigerdame Irina bleibt am Leben

Für Tigerdame Irina, die am Samstag eine 55 Jahre alte Tierpflegerin im Züricher Zoo tötete, hat der Todesfall keine Konsequenzen. Der Zoo teilte mit, dass die Raubkatze ihren “natürlichen Instinkten” folgte und daher am Leben bleiben darf. Zahlreiche Menschen hatten sich dafür in den sozialen Medien eingesetzt.

Zürich. Am Samstag hat Tigerdame Irina in ihrem Gehege eine Tierpflegerin getötet. Der Zoo Zürich hat nun bekannt gegeben, dass das tragische Unglück für den Tiger keine Konsequenzen hat. “Die Amurtigerin ist ein Wildtier. Eine Person in ihrer Anlage ist für sie ein Eindringling in ihr Territorium. Sie folgte in ihrer Reaktion ausschließlich ihren natürlichen Instinkten”, heißt es in einer Mitteilung des Zoos. “Für das Tier hat der Vorfall deshalb keine Konsequenzen.”

Der Zoo wies zudem darauf hin, dass Berichte, wonach der Tiger inzwischen sediert sei, nicht stimmten. Am Montag wird der Schweizer Zoo wieder für Besucher geöffnet, die Tigeranlage bleibt allerdings gesperrt. Aufgrund des laufenden Verfahrens werde man sich nicht weiter zu dem Vorfall äußern, heißt es in der Mitteilung weiter. “Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir wieder aktiv informieren.”

Twitter: Menschen setzen sich für das Leben der Tigerdame ein

Wie das Portal “20min.ch” berichtet, hatten sich zuvor in den sozialen Medien zahlreiche Menschen dafür ausgesprochen, die Tigerin ob des Unglücks nicht zu töten. “Bitte, bitte, lasst das Tier dafür nicht bezahlen”, schrieb eine Frau. “Bitte schläfert den Tiger nicht ein! Es ist und bleibt ein instinktgesteuertes Wildtier, dem keine Schuld trifft”, heißt es von einer anderen Nutzerin.

Am Samstag gegen 13.30 Uhr wurde eine 55 Jahre alte Tierpflegerin von der Tigerdame angegriffen und tödlich verletzt. Da sich das Unglück vor den Augen zahlreicher Zoobesucher ereignete, kamen Kollegen schnell zur Hilfe. Sie konnten Irina zwar in ihren Stall locken, doch die Wiederbelebungsversuche bei der 55-jährigen Pflegerin blieben erfolglos. Warum die Frau gleichzeitig mit dem Tiger in der Anlage war, untersuchen Staatsanwaltschaft und Polizei.

RND/msk