Mittwoch , 12. August 2020
Inzwischen sind rund um den Catering-Dienst bereits 50 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. Quelle: Matthias Balk/dpa

Corona-Ausbruch bei Caterer in Starnberg: Schüler und Lieferanten infiziert

Der Corona-Ausbruch bei einem Cateringunternehmen im Landkreis Starnberg zieht weitere Kreise. Nun sind auch eine Schule und ein Lieferant betroffen. Am Montag werden zwei Schulklassen getestet. Inzwischen sind rund um den Essensdienst bereits 50 Menschen mit einer Coronainfektion gefunden worden.

Starnberg. Nach dem Corona-Ausbruch bei einem Catering-Unternehmen im oberbayerischen Gilching sind auch zwei Mitarbeiter eines Essenslieferanten und zwei Schulkinder positiv auf das Virus getestet worden. Die Lieferanten hatten Essen des Caterers in das Klinikum Großhadern gebracht. Die Schulkinder gehören zu den positiv getesteten Bewohnern einer Flüchtlingsunterkunft in Herrsching. Sie seien Anfang der Woche noch in der Schule gewesen, deshalb würden am Montag auch die Klassenkameraden der beiden getestet, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Starnberg am Sonntag.

Die beiden infizierten Schüler besuchten eine zweite und eine fünfte Klasse mit je elf Kindern. Ihre Mitschüler und zwei Lehrkräfte seien unter Quarantäne gestellt worden. Auch bei einem Kindergartenkind aus Herrsching wurde Corona nachgewiesen. Es war allerdings seit der Öffnung der Einrichtung nach dem Lockdown nicht mehr in der Kita.

Viele Mitarbeiter des Caterers leben in Flüchtlingsunterkünften

Für äußerst unwahrscheinlich hält es das Landratsamt dagegen, dass das Coronavirus über die Essenslieferanten in das Klinikum Großhadern gelangt sein könnte. Das Essen sei kontaktlos geliefert worden. Trotzdem werde man das überprüfen.

Eine ganze Reihe der rund 120 Mitarbeiter des Caterers Apetito war in Flüchtlingseinrichtungen untergebracht. Fünf Gemeinschaftsunterkünfte wurden wegen positiver Testergebnisse der Bewohner unter Quarantäne gestellt. Bei zwei Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft in Weßling wurden nach Auskunft des Landratsamtes am späten Freitagabend Infektionen bestätigt. Damit gibt es dort vier Infizierte. Sie lebten gemeinsam in einem Wohncontainer und wurden nun isoliert.

Sechs Personen in Gemeinschaftsunterkunft Herrsching positiv getestet

Auch in anderen Gemeinschaftsunterkünften wurde umfassend getestet – die Ergebnisse lägen nun zum großen Teil vor, hieß es aus dem Landratsamt. In den Unterkünften Herrsching-Breitbrunn und Seefeld seien alle Tests negativ ausgefallen. In der Gemeinschaftsunterkunft Herrsching wurden sechs Personen positiv getestet, darunter die drei Kinder.

Die Infektionen waren vor knapp zehn Tagen entdeckt worden, nachdem einer der Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft Hechendorf wegen leichter Symptome zum Arzt gegangen war. Mittlerweile wurden im Zusammenhang mit dem Cateringunternehmen rund 50 Menschen positiv auf das Virus getestet.

Zwei Grundschulklassen stehen nach Infektionen von vier Kindern unter Quarantäne

Unabhängig von den Infektionen bei Apetito gab es auch andernorts im Freistaat neue Infektionen. So meldete der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Geretsried in einer Gemeinschaftsunterkunft in Geretsried weitere 13 Fälle. Unter den Infizierten seien auch vier Schulkinder, die aber keine Symptome zeigten. Zwei Grundschulklassen wurden deshalb laut Behörde unter Quarantäne gestellt, sie sollen ebenfalls auf eine mögliche Infektion getestet werden.

Nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden in Bayern bis Samstagvormittag 48 633 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Gestorben sind bisher 2597 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

RND/dpa