Montag , 21. September 2020
Die Griechen drängeln im Straßenverkehr am meisten.

Franzosen und Griechen pöbeln beim Autofahren am meisten

Bei einer Umfrage unter Autofahrern in der EU kam heraus: Nahezu alle Fahrer gaben an, umsichtiger zu fahren, weniger zu hupen und zu beleidigen. Mit zwei Ausnahmen: Franzosen und Griechen fluchen und beleidigen gerne.

Paris. Einem Griechen auf der Straße zu begegnen, kann unschön werden. Das hat eine Umfrage ergeben, bei der sich Autofahrer selbst einschätzen sollten. Demnach gaben 47 Prozent der Griechen an, dass sie zu dicht auf vor ihnen fahrende Autos auffahren. Zudem gaben mehr als zwei Drittel der Griechen an, andere Fahrer zu beleidigen. Diesen Spitzenplatz teilen sie sich aber mit Deutschlands Nachbarn: Die Franzosen pöbeln genauso gerne.

Die meisten Fahrer gaben in der Befragung vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos für den Straßenbetreiber Vinco Autoroutes, dass sie sich höflicher und sicherer verhalten würden als noch vor einem Jahr. Sie würden demnach weniger oft hupen, zu dicht auffahren, rechts überholen oder andere Verkehrsteilnehmer beschimpfen. Für die Statistik, die “EU Data News Hub” veröffentlicht hat, wurden Verkehrsteilnehmer aus elf EU-Ländern befragt.

Spanier hupen, Polen streiten, Franzosen sind aggressiver

Wenn es darum geht, sich den Weg freizuhupen, liegen die Spanier mit 66 Prozent weit vorne. Polen hingegen steigen am häufigsten aus dem Auto aus, um mit anderen Verkehrsteilnehmer in ein Streitgespräch zu starten: Während europaweit das nur rund 20 Prozent der Fahrer angaben, waren es in Polen 37 Prozent.

Ebenfalls ein Fünftel der Franzosen bezeichnet sich beim Fahren als “nicht dieselbe Person”. Sie seien nervöser, impulsiver und aggressiver als im Alltag. Europaweit trifft das nur auf 16 Prozent der Autofahrer zu.

Griechen sind im Straßenverkehr am gefährlichsten

Generell hat die Umfrage ergeben, dass die Griechen am gefährlichsten im Straßenverkehr unterwegs sind, die Briten hingegen fahren am zurückhaltendsten. Schweden hingegen sind auf der Straße sehr ungeduldig: Sie waren laut der Umfrage am ehesten dazu bereit, zu schnell oder zu dicht aufzufahren. Außerdem gaben sie an, sich gelegentlich beim Fahren ablenken zu lassen. In der Statistik des Rechts-Überholens liegt die Niederlande vorne: Fast die Hälfte gab an, hin und wieder rechts zu überholen, wenn das Auto vor ihnen für ihr Empfinden zu langsam unterwegs ist.

Tendenz positiv – außer beim Telefonieren hinterm Steuer

Insgesamt jedoch benehmen sich europäische Autofahrer vorbildlicher als noch im vergangenen Jahr – sind aber dennoch noch weit weg von vorbildlich. 88 Prozent gaben an, gelegentlich zu schnell zu fahren – im Vorjahr waren es 89 Prozent. 61 Prozent gaben an, den Sicherheitsabstand nicht eingehalten zu haben – im Vergleich zu 64 Prozent zur Umfrage 2019.

In zwölf von 14 Indikatoren für gefährliches Fahren, nach dem die Autofahrer befragt wurden, gab es eine positive Entwicklung. Nur das Telefonieren hinterm Steuer sowie das Bedienen des Navigationsgeräts während der Fahrt kommen häufiger vor.

RND/msk