Donnerstag , 24. September 2020
In dem Schlachbetrieb in Rheda-Wiedenbrück wurde während der Corona-Pandemie sogar mehr Fleisch zerlegt als sonst. Quelle: Guido Kirchner/dpa

Tönnies: Betrieb in Rheda-Wiedenbrück soll im Mai mehr geschlachtet haben

Trotz der Ausbreitung der Corona-Pandemie hat die Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Mai Zehntausende Schweine mehr geschlachtet. Die Arbeiter konnten deshalb keinen Mindestabstand einhalten, behauptet nun ein Mitarbeiter gegenüber dem “Spiegel”. Tönnies bestätigt eine Steigerung der Produktion.

Ein Fleischkontrolleur moniert, dass die Firma Tönnies im Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück im Mai pro Woche 10.000 Schweine mehr als sonst üblich zu dieser Jahreszeit geschlachtet hat. Das berichtet der “Spiegel” in seiner Samstagsausgabe. Damit soll die massenhafte Verbreitung des Coronavirus in dem Betrieb begünstigt worden sein – mehr als 2000 Mitarbeiter waren positiv auf Corona getestet worden.

Corona-Ausbruch bei Westfleisch: Tönnies übernimmt Schweine

Der Grund für die Zunahme der Schlachtungen liege im Corona-Ausbruch bei der Firma Westfleisch in Coesfeld. Als dieser Schlachthof vorübergehend geschlossen wurde, seien die Schweine, die dort nicht mehr verarbeitet werden konnten, nach Rheda-Wiedenbrück gebracht worden. Die Firma Tönnies bestätigte dem “Spiegel”, dass man in den vergangenen Monaten versucht habe, “an mehreren Standorten den Ausfall diverser Schlachtbetriebe teilweise aufzufangen”. Ein Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch bei Tönnies selbst lasse sich nicht belegen.

Der Fleischkontrolleur berichtete dem “Spiegel”, die Mitarbeiter im Zerlegebereich hätten dicht gedrängt gearbeitet, um ihrer Arbeit in der geforderten Geschwindigkeit gerecht werden zu können. “Damit die Arbeiter anderthalb Meter Abstand halten können, müsste das Förderband halb so schnell laufen. Stattdessen wurde zuletzt sogar noch mehr geschlachtet als sonst.”

RND/msk