Dienstag , 29. September 2020
Schnell und laut - Motorräder: Der Bundesrat will beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen. Biker wollen am Samstag (4. Juli) in verschiedenen deutschen Städten dagegen demonstrieren. Quelle: Daniel Wollstein/dpa-tmn

Münchner Behörde verbietet Biker-Demo gegen Fahrverbote

Biker sind bekannt für ihre Freiheitsliebe, sie wollen fahren, wenn ihnen danach ist. Der Bundesrat will das mit einer Initiative zur Reduzierung von Motorradlärm einschränken. Ein Protestcorso in München wurde verboten, in anderen deutschen Städten sollen Aktionen stattfinden.

München. Eine geplante große Motorrad-Demo am Samstag in München ist vom Kreisverwaltungsreferat wegen Sicherheitsbedenken untersagt worden. Der Veranstalter habe mindestens 8000 Teilnehmer angekündigt, teilte die Behörde am Freitagnachmittag mit.

So viele Motorräder könnten den Verkehr am Mittleren Ring und in anderen Bereichen zum Erliegen bringen. Das sei „angesichts der Vielzahl der damit verbundenen Gefährdungen nicht vertretbar“. Die Behörde rechnet dennoch damit, dass sich viele Biker am Samstag auf den Weg dorthin machen könnten.

In Düsseldorf werden 3000 Biker erwartet

Bundesweit sollen am Samstag in mehreren Städten Protestaktionen von Bikern stattfinden, etwa in Schwerin, Wiesbaden, Friedrichshafen und Dresden. In Düsseldorf wollen mehrere Tausend Biker am Samstag gegen ein generelles Fahrverbot für Motorräder an bestimmten Tagen demonstrieren. Etwa 3000 Teilnehmer würden erwartet, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Auch die Münchner Biker und die in den anderen Städten wollen mit dem Demo-Korso gegen eine Initiative des Bundesrats zur Reduzierung von Motorradlärm protestieren. Unter anderem spricht sich die Länderkammer dafür aus, für Motorräder leichte Fahrverbote aus Lärmschutzgründen an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen.

Tuning soll härter bestraft werden

Die Bundesländer hatten sich mit einem Beschluss im Bundesrat Mitte Mai zudem dafür eingesetzt, dass Motorräder weniger Lärm verursachen. Auch Tuning, das sich erheblich auf die Lautstärke auswirkt, soll laut der Initiative härter bestraft werden.

Die Bundesregierung entscheidet nun, ob sie die Anregung umsetzen will. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht den Beschluss kritisch und hatte sich gegen weitere Verbote für Motorradfahrer ausgesprochen.

RND/dpa