Samstag , 19. September 2020
Sexarbeiterinnen demonstrieren mit dem Berufsverband Sexarbeit gegen die Corona-Auflagen und die Schließung von Bordellen. Quelle: imago images/Jochen Eckel

Protest mit Sexpuppen: Prostituierte demonstrieren gegen Corona-Auflagen

Prostituierte haben wegen der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit Arbeitsverbot, Bordelle sind geschlossen. Mehrere Dutzend Prostituierte gehen am Freitag in Berlin auf die Straße und demonstrieren gegen das Verbot. Hygienekonzepte für Sexarbeit sind bereits erarbeitet worden.

Berlin. Mehrere Dutzend Prostituierte haben am Freitag vor dem Bundesrat in Berlin für eine Wiedereröffnung der Bordelle in der Corona-Pandemie demonstriert. Die Branche werde in die Illegalität getrieben, hieß es auf Transparenten. Die Sexarbeiterbranche brauche mehr finanzielle Unterstützung.

Prostituierte haben derzeit Arbeitsverbot. Dass es keine Lockerungen gebe, sei sowohl für den Berufsverband der Sexarbeiter als auch für Bordellbetreiber unverständlich, hieß es in einer Erklärung. Denn andere Branchen mit körpernahen Dienstleistungen wie Massagesalons, Tantra-Institute, Tattooläden oder Saunen dürften wieder öffnen. Auch für Sexarbeit seien in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern bereits Hygienekonzepte erarbeitet worden.

Länder prüfen Lockerungen

Nachbarländer wie Österreich haben Sexarbeit inzwischen wieder erlaubt – allerdings nur mit Maske. Auch in Deutschland prüfen einzelne Bundesländer bereits Möglichkeiten für Lockerungen, darunter Thüringen.

RND/dpa