Mittwoch , 30. September 2020
Eine Influencerin ließ sich vor vielen Jahren ein Reichsadlertattoo stechen – und lässt es nun entfernen. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / Zoonar

Influencerin lässt sich Reichsadlertattoo entfernen: “Nie über die Bedeutung nachgedacht”

Als Jugendliche lässt sich Influencerin Jill Hardener (31) einen Reichsadler auf den Bauch stechen. Damals weiß sie nach eigenen Angaben nichts von der Bedeutung des Nazi-Symbols. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, das Tattoo entfernen zu lassen, entscheidet sie sich für einem chirurgischen Eingriff.

Berlin. Die Influencerin Jill Hardener (31) hat einige Tattoos auf ihrer Haut. Das erste ließ sie sich mit 14 Jahren stechen. Doch mit einem hadert die 31-Jährige schon länger – auch, weil sie dafür schon ordentlich Kritik einstecken musste. Auf ihrem Bauch ist ein Reichsadler abgebildet. Das Symbol stammt ursprünglich aus dem Römischen Reich. Die Nazis wandelten es ab und nutzten es für ihre Zwecke. “Mit 16 oder 17 ließ ich mir einen Reichsadler bei einem Kumpel auf den Bauch stechen. Ich mochte das Motiv und habe nie über die Bedeutung nachgedacht”, erzählt sie der “B.Z.”. Bei Hardener handelt es sich um das von den Nationalsozialisten verwendete Symbol, allerdings fehlt das Hakenkreuz.

Die Instagram-Influencerin mit 1,8 Millionen Followern hat sich jetzt dazu entschieden, das Tattoo entfernen zu lassen – mit einem chirurgischen Eingriff. Vorherige Versuche mit einem Säurepflaster und einer Laserbehandlung scheiterten. “Ich will ein Zeichen gegen Rechts setzen.” Sie stellt auch klar: “Ich bin kein Nazi!”

“Hatte ein völlig falsches Image”

Das heute gefragte Tattoomodel habe wegen des Reichsadlers oft Schwierigkeiten in ihrem Job gehabt. Zeitschriften haben sie reihenweise abgewiesen. “Ich hatte ein völlig falsches Image”, sagt die 31-Jährige. Auch als sie 2015 auf Instagram begonnen hatte, Fotos von sich zu posten, hagelte es Kritik und sogar Drohungen.

Viel schlimmer noch: “Meine Bilder wurden geklaut, retuschiert und auf rechtsradikalen und linksextremen Websites hochgeladen”, erzählt die Berlinerin. Daraufhin hat sie ihr Tattoo so gut es geht versteckt. Auf Instagram ist es nur in Ansätzen zu erkennen.

Zwei Operationen

Mit all dem Ärger soll nun Schluss sein. Eine Operation habe sie schon hinter sich gebracht. Ein weiteres Mal muss sie sich noch unters Messer legen.

RND/nis