Montag , 28. September 2020
Auf einem Berliner Spielplatz ist es zu einer versuchten Kindesentführung gekommen. (Symbolbild)

Kindesentführung auf Berliner Spielplatz: Zeugen stoppen Verdächtigen

In Berlin entführt ein 44-Jähriger ein kleines Mädchen von einem Spielplatz. Mehrere Zeugen beobachten alles und greifen beherzt ein. Von dem Vorfall, der in Chatgruppen und sozialen Medien große Aufregung verursachte, gibt es ein Video.

Berlin. Wegen einer mutmaßlichen Kindesentführung von einem Spielplatz in Berlin ermittelt die Polizei. Demnach war ein Mann an ein fremdes Kind herangetreten und mit ihm davongegangen, dem beherzten Eingriff von Zeugen ist es wohl zu verdanken, dass das Mädchen schnell wieder bei seiner Mutter war. Der Mann wurde festgenommen, ist inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Von dem Vorfall, der in sozialen Medien für große Aufregung sorgte, gibt es auch ein Video, das die “Bild”-Zeitung zeigt.

Wie die Zeitung berichtet, habe der Verdächtige das Mädchen an dem Spielplatz am Boxhagener Platz angesprochen, als die Mutter nicht hinsah, und es überzeugt, mit ihm zu gehen. Eine Zeugin habe die Situation auf dem Spielplatz beobachtet und sei dem Mann mit dem Mädchen gefolgt. Mithilfe des Besitzers eines Kiosks hätte sie den Mann zur Rede gestellt und ihn überzeugt, das Kind zurück zum Spielplatz zu bringen. Ein weiterer Zeuge filmte die Situation mit einem Handy.

“Keine Voraussetzungen zum Erlass eines Haftbefehls”

Am Boxhagener Platz seien Mutter und Tochter schließlich wieder vereint worden. Alarmierte Polizisten nahmen den mutmaßlichen Entführer vor Ort fest, es soll sich um einen polizeibekannten 44-Jährigen handeln. “Der Tatverdächtige wurde nach der Festnahme in Polizeigewahrsam gebracht, in dem er erkennungsdienstlich behandelt wurde. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Voraussetzungen zum Erlass eines Haftbefehls nicht vor, weshalb er entlassen werden musste”, sagte ein Polizeisprecher der “Bild”-Zeitung. Es werde wegen wegen des Verdachts des Kindesentzuges ermittelt. Auch das Video liege der Polizei vor.

Eltern äußern sich besorgt in den sozialen Medien

In sozialen Medien äußerten sich viele Eltern besorgt, dass der 44-Jährige erneut den Spielplatz aufsuchen könnte. Die Berliner Polizei erklärte daraufhin in einem Facebook-Post, dass es bislang keinen Hinweis auf eine “sexuelle Motivation oder eine böse Absicht” des Täters gebe. Erste Ermittlungsergebnisse ließen eine psychische Erkrankung des Mannes nicht ausschließen.

“Der Besuch eines Spielplatzes ist für Familien mit Kindern in Berlin nicht gefährlicher als sonst auch. Ungeachtet dessen ist es natürlich immer gut, achtsam zu sein und eine gesunde Vorsicht walten zu lassen – insbesondere in der Anonymität einer Großstadt. Das gilt nicht nur auf Spielplätzen”, heißt es in dem Facebook-Post weiter. Da sich viele Informationen zu dem Fall vor allem über Chatgruppen unter anderem in Whatsapp verbreitet hatten, mahnte die Polizei zur Vorsicht vor falschen Informationen. Sie appellierte an besorgte Eltern, stets die Herkunft der Mitteilung in Erfahrung zu bringen.

RND/al