Donnerstag , 22. Oktober 2020
Der Comedian Sacha Baron Cohen Quelle: picture alliance/AP Images

Rassistische Lieder bei Festival: Sacha Baron Cohen narrt Ultrarechte

Sacha Baron Cohen ist für seine skurrilen Auftritte als Ali G., Borat und Bruno weltberühmt geworden. Als Country-Sänger verkleidet, sprengt der Comedian jetzt ein Festival Ultrarechter im US-Staat Washington. Auf Videos ist zu sehen, wie Cohen rassistische Lieder singt und die Menge einstimmt.

Sacha Baron Cohen hat mal wieder zugeschlagen – und stellt die menschenverachtenden und rassistischen Ansichten amerikanischer Trump-Fans bloß. Der Comedian (”Ali G”) schlich sich als Country-Sänger verkleidet auf das von den ultrarechten “Washington State Three Percenters” ausgerichtete Festival in Olympia im US-Bundesstaat Washington.

Dort schaffte es der “Borat”-Star sogar bis auf die Bühne und brachte die Zuschauer dazu, in Schmähgesänge gegen liberale Gegner, Wissenschaftler und Journalisten einzustimmen.

Mit blauen Overall, Vollbart und Cowboyhut verkleidet, trat Cohen bei dem “March For Our Rights 3” auf, einer Gegenveranstaltung zu den nach dem Amoklauf an der Parkland High School ins Leben gerufenen “March For Our Lives”-Demonstrationen für schärfere Waffengesetze.

Der Comedian sang davon, Barack Obama, den US-Virologen Dr. Anthony Fauci, Bill Gates, die Weltgesundheitsorganisation WHO, Menschen, die Gesichtsmasken tragen, und “liberale Linke” mit dem “Wuhan Virus” (Donald Trumps Wortwahl in Bezug auf das Coronavirus) zu infizieren.

Cohen sang weiter über CNN-Journalisten, die “zerhackt werden sollten, so wie es die Saudis tun” – eine Anspielung auf die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi.

Der Comedian endete seinen musikalischen Vortrag mit rassistischen Anspielungen gegen Chinesen, die er als “Sushi-Fresser” titulierte und sang: “Chinesen, was werden wir mit ihnen tun? Sie atomar vernichten wie im Zweiten Weltkrieg.”

Ob es sich bei dem Auftritt über einen für seine aktuelle Show “Who Is America?” gefilmten Beitrag handelt, ist unklar. Cohen und der der Sender Showtime haben bislang nicht auf entsprechende Anfragen reagiert, berichtet “Deadline”.

RND/sin